Report Die Kunst des Jetzt

Haben wir verlernt, den Augenblick zu genießen? Wir denken an morgen und an gestern und verlieren uns in Pflichten. Was wir daran ändern können

Die Kunst des Jetzt Die Kunst des Jetzt © drubig-photo-Fotolia

Verliebte können es wunderbar: in den Moment eintauchen, in der Gegenwart versinken. Nur der geliebte Partner, das Hier und Jetzt zählt – und kein Gestern, kein Morgen lenkt davon ab.

Wir kennen das von uns selbst und anderen – von Mitmenschen ebenso wie von Prominenten. Barack und Michelle Obama zum Beispiel. Ihr Tanz bei der Amtseinführung zu Beginn dieses Jahres ist ein kleines Lehrstück über die Kunst, das Jetzt zu genießen. Da dreht sich das neue Präsidentenpaar im Festsaal, ganz einander zugewandt, dem Augenblick hingegeben. Hinter ihnen liegt ein monatelanger, zermürbender Wahlkampf, vor ihnen die mit fast unlösbaren Herausforderungen beschwerte Präsidentschaft – aber Barack und Michelle tanzen, als ob Vergangenheit und Zukunft bedeutungslos seien.

Leider erleben wir viel zu selten Momente, in denen uns das passiert: in denen wir voll und ganz im Jetzt sind. Denn oft beschäftigen wir uns in Gedanken mit dem, was war, oder dem, was sein könnte. Während wir uns ein Stück Kuchen gönnen, schleicht sich die Erinnerung an die letzte gescheiterte Diät in unseren Kopf und verdirbt uns den Appetit. Und statt beim Sonntagsspaziergang die Ruhe zu genießen, sind unsere Gedanken bereits bei den Aufgaben, die am Montag auf uns warten.

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Autor:
Claudia Minner