So einfach geht Glück

Vier Wege zum Glück

Jeder Mensch strebt danach, doch die Rezepte sind unterschiedlich. Vier Frauen erzählen, wie sie sich mehr Freude in ihren Alltag holen.

Simone Lessin, 32, Industriekauffrau über ihr Pferd Silà, das ihr immer wieder Bodenhaftung gibt

Simone und ihr Pferd

Simone Lessin aus Meckelfeld bei Hamburg tankt nach einem Tag im Büro auf bei Silà auf.

Als ich Silà vor 16 Jahren übernommen habe, war das eine Liebesentscheidung. Ich hatte sie schon vorher vertretungsweise geritten und war hin und weg von ihr. Sie ist so eigenwillig und stolz. Ihre Mutter ist ein Islandpferd, ihr Vater Araber – sein Temperament hat sie geerbt. Ihr Besitzer fand sie zu störrisch und beschloss, sie zu verkaufen. Also habe ich mein Konfirmationsgeld investiert und Silà gekauft. Seitdem verbindet uns eine tiefe Freundschaft. Silà ist heute 28 und lebt in der Nähe meiner Wohnung in einer Islandpferdepension in der Nordheide, ich fahre mindestens fünfmal die Woche für ein bis zwei Stunden zu ihr. Sobald sie meine Stimme hört, läuft sie zum Zaun und wartet dort auf mich. Dieser Anblick macht mich jedes Mal glücklich.

Mein Pferd verschafft mir einen tollen Ausgleich zum anstrengenden Job. Ich arbeite als Einkäuferin in einer Lebensmittelfirma, muss da immer adrett gekleidet sein. Reiten und die Zeit auf dem Hof, das ist der komplette Kontrast zum Büro. Ich liebe die Nähe zur Natur, den Stallduft, die vielen Freundschaften, die sich bilden. Vor sechs Monaten habe ich meinen Freund kennengelernt – nicht auf dem Hof, sondern bei einem Konzert, aber er hat auch ein Pferd. Deswegen hat er Verständnis dafür, dass ich weiterhin viel Zeit mit Silà verbringen will – das hatten meine Ex-Freunde nicht. Mein Pferd ist einfach immer für mich da. Gerade wenn es mir mal nicht gut ging, hat sie mich wieder zum Lächeln gebracht.

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Autor:
Isabell Spilker