Zu nett für diese Welt
Auch mal "Nein" sagen
Einerseits möchte man anderen einen Gefallen tun. Andererseits gibt es Leute, die das nur zu gern in Anspruch nehmen. In diesem Fall heißt es: Mut zum Nein!
Nicht mehr so oft für andere auf eigene Wünsche verzichten
Nein sagen, das fällt vielen schwer. Da ist die Krankenschwester, die sich bereitwillig für die unbeliebtesten Dienste einteilen lässt – und dafür wiederholt auf ihr freies Wochen - ende verzichtet. Da ist die Lehrerin, die klaglos Vertretungsstunden für erkrankte Kollegen übernimmt – und bis Mitternacht zu Hause vor- und nacharbeiten muss. Da ist die Mutter, die selbstverständlich Kuchen für das Kita-Fest backt – und dafür ihre Pilates-Stunde streicht, auf die sie sich so freut.
Ja, ja, ja ... Warum nur nehmen wir das Nein so ungern in den Mund? Woran liegt’s, und wie können wir’s ändern? Psychologen haben darauf viele Antworten. Ihre Erklärung für das Warum: „Ein wesentliches Motiv ist die Sehnsucht, beliebt zu sein“, sagt Dr. Friederike Potreck-Rose, Freiburger Psychologin, Psychotherapeutin und Autorin des Buchs „Von der Freude, den Selbstwert zu stärken“ (siehe Buch-Tipps auf Seite 81). Jeder wünscht sich die Sympathie und die Anerkennung anderer. Das ist grundsätzlich auch okay. Aber wer meint, positives Feedback bekomme man nur durch Ja-Sagen, der irrt: Untersuchungen der Psychologie-Professorin Astrid Schütz von der TU Chemnitz zeigen, dass Menschen, die sich sehr bemühen, gemocht zu werden, auf andere nicht kompetent wirken. Und dass sie beliebter sind – ist nicht erwiesen.



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