Mentales Fasten
Die Kunst des Loslassens
Was die Seele belastet, macht irgendwann auch den Körper krank. Befreien Sie sich vom Gefühlsballast durch „mentales Fasten“
Wo soll die Vitrine hin? Welche Wandfarbe passt zum Sofa? Kommt der Esstisch vorm Fenster oder neben dem Schrank besser zur Geltung? Als Designerin und Innenraumgestalterin beschäftigt sich Rita Pohle mit Fragen, bei denen es scheinbar nur um Äußerlichkeiten geht. Doch wer Menschen beim Einrichten oder Umgestalten ihres Zuhauses berät, der blickt auch tief in ihr Innerstes. „Jede Wohnung spiegelt die Persönlichkeit und Befindlichkeit ihres Bewohners wider“, so Pohle. Rund 16 Jahre ist sie schon im Geschäft – und hat dabei in viele Seelen geschaut. Immer wieder stellt sie fest, wie ungern Menschen entrümpeln, wie schwer ihnen das Loslassen fällt – und zwar nicht nur auf materieller Ebene: „Wer in seinen vier Wänden viel herumstehen hat, schleppt in den meisten Fällen auch eine ganze Menge psychischen Ballast mit sich herum“, erzählt Pohle.
Wie man sich von Gerümpel in Wohnung und Seele befreit, ist Rita Pohles Lieblingsthema, mehrere Bücher hat sie dazu geschrieben. Zuletzt ist von ihr „Lass los, was die Seele belastet“ (siehe Buch-Tipps) erschienen. Darin macht sie deutlich: Nicht nur der übervolle Kleiderschrank, die unaufgeräumten Ecken mit nutzlosem Kleinkram, das Regal mit ungelesenen Büchern setzen uns unter Druck. Auch zu hohe Erwartungen oder übertriebene Schuldgefühle, falsche Illusionen oder schlechte Angewohnheiten engen uns ein. Wir sollten deshalb nicht nur die Wohnung regelmäßig ausmisten, sondern auch das, was wir nicht sehen können: unsere „unsichtbaren Schlacken“. Und zwar indem wir fasten – im Kopf.



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