Die Qual stoppen

Trauma-Therapie

Wer Opfer einer Naturkatastrophe oder eines Unfalls wird, leidet oft nachhaltig unter den Folgen. Eine spezielle Behandlung kann helfen

Trauma-Therapie

Die nasse Fahrbahn, Zwielicht, der Schock-Moment beim Crash. Manche Unfallopfer werden ein Leben lang von Bildern, Geräuschen, Gefühlen verfolgt. In ihren Köpfen spielt sich immer wieder derselbe erschreckende Film ab: als es plötzlich krachte, Blech und Glas aufeinanderprallten, das Fahrzeug unkontrolliert ins Unglück raste. Ähnliches gilt für Menschen, die zum Beispiel Naturkatastrophen wie den Tsunami vor fünf Jahren miterlebten, Opfer eines Überfalls oder Einbruchs wurden oder womöglich zu den Betroffenen eines Amoklaufs gehörten.

Schockierende Erlebnisse verändern die Reiz-Sensibilität

Denn ihre Seele trägt eine Wunde davon. So eine Verletzung kann entstehen, wenn ein Mensch in eine lebensgefährliche Situation gerät und dabei das Gefühl von totaler Hilflosigkeit spürt: „Beispielsweise eben durch einen Verkehrsunfall“, sagt Professor Dr. Ulrich Sachsse vom Asklepios Fachklinikum Göttingen. Oder das Trauma wird durch schwere Vernachlässigung in der Kindheit, körperliche Gewalt oder Missbrauch ausgelöst. Der Psychiater und Psychotherapeut: „Traumatische Ereignisse verändern die Sensibilität für Reize in unserem Gehirn. Wir reagie- ren biologisch wie Tiere, indem wir hinterher schneller alarmiert sind. Das ist fürs Überleben in der Natur sinnvoll, weil Gefahren dort oft wiederkommen.“ Doch im modernen Alltag haben Betroffene danach häufig Schwierigkeiten, mit Stress angemessen umzugehen.

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