Partnerschaft
Sexualität im Alter
Im Durchschnitt paart sich der Mensch 1,5-mal die Woche, also sechsmal im Monat, aber wie sieht es eigentlich im Alter aus?
Da wir Forscher gern rechnen, gibt es für alles Zahlen. Zum Beispiel diese: Im Durchschnitt paart sich der Mensch 1,5-mal die Woche, also sechsmal im Monat, mehr als 70-mal im Jahr. Und was soll man nun denken, wenn man das liest? Zum Beispiel, dass alle anderen es häufiger tun? Und dass man das dringend ändern müsste? Stopp. Will man der Statistik nacheifern und deshalb, sagen wir, wenigstens zweimal im Monat in Sachen Sex dazugehören, macht man vermutlich schon alles falsch. Denn Psychologen sind sich einig, dass die Qualität wichtiger ist als das Abhaken einer Pflicht. Und dass selbst ohne Sex zu leben nicht schlimm ist. Es macht auch nicht krank, wie Forscher in den USA bestätigten.
Abstinenz mag für einige zwar jenseits aller Vorstellungskraft sein, ist aber für das allgemeine Befinden eher folgenlos. Weder ist man häufiger erkältet noch hat man öfter schlechte Laune oder leidet vermehrt an seelischen Störungen. Sonst müssten Priester und Nonnen ja die miesestgelaunten Menschen überhaupt sein. Und noch etwas fanden die Forscher heraus: Sex kann man nicht verlernen. Je länger man keinen hat, desto geringer wird zwar das Bedürfnis danach. Allerdings geht das Lustsystem nur auf Stand-by. Was ja auch sinnvoll ist, falls es dann doch mal sein sollte.
Das Buch „Ist es wahre Leidenschaft … oder nur erhöhter Blutdruck?“ von Professor Ingo Froböse erscheint Ende des Monats im Bastei Lübbe Verlag
Ist also eigentlich alles so weit in Ordnung, oder? Scheint es aber dann nicht mehr zu sein, sobald man auf die Idee kommt, mit dem Alter käme unweigerlich die Flaute im Bett. Sicher, bei der Frau stellt sich mit dem Beginn der Wechseljahre der Körper langsam um. Er produziert weniger Östrogen, das weibliche Geschlechtshormon. Das wirkt sich auf die Organe aus. Die Schleimhäute der Scheide werden empfindlicher und sind nicht mehr so dehnbar. Meist ist das aber kein Hindernis, wenn man die Erregung lange genug steigert. Die Wahrheit ist: Sex beginnt im Kopf. Das Nachlassen biologischer Funktionen unterhalb der Gürtellinie ist kein Mangel, sondern lediglich eine Veränderung – übrigens nicht nur bei Frauen.
Ja, das Bedürfnis nach genitalem Sex geht vielleicht zurück. Dafür entsteht ein größeres Verlangen nach Zeit für Zärtlichkeit und Genuss. Die Freude am gemeinsam erlebten Sex ist dann nicht das Ergebnis einer sportlichen Leistung, sondern beruht auf Vertrauen, Respekt und Liebe. Man sollte sein Selbstwertgefühl also nicht gerade daran knüpfen, ob man noch genauso oft und lange Sex hat wie früher. Sondern sich freuen, dass wir Erotik intensiver genießen können, je älter wir werden.



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Mit dem Sex im Alter, das ist so eine Sache. Bei dem einen gehts bis 80. Der andere kann mit 50 schon nicht mehr.
von Lothar ~Sex im Alter
Dem Bedürfnis nach Sex mit Penetration, welches Frauen wie Männer oft noch haben, stehen meist Impotenz der Männer oder Schmerzen der Frauen wegen mangelnder Feuchtigkeit oder Verengung der Vagina entgegen. Wenn da Medikamente nicht mehr helfen, kann man immer noch manuell oder oral miteinander verkehren. Der anerzogenen Prüderie muss man sich dazu aber entledigen. Wenn man sich da nur im dunklen unter der Bettdecke und mit geschlossenen Augen aus Zwang betätigt, vergibt man sich meist die Möglichkeit, selbst erregt zu werden. Das wäre aber für den Partner nicht angenehm. Schließlich strebt der an, eine positive Reaktion als Zeichen der Verbundenheit zu fühlen, sehen und vielleicht auch zu hören.
von Gisela ~