Unvergesslich

Der Tag der Trennung

Den Moment der Trennung vergisst man nie: Wenn einer von beiden ausspricht, dass es für ihn vorbei ist. Wir haben ein Ex-Paar befragt, welche Gefühle dabei im Spiel waren. Herausgekommen? Sind zwei Seiten derselben Geschichte.

Trennung

Ihre Trennung

„Ich wollte nur noch raus, raus, raus aus dieser Ehe!"

Ich will nicht mehr.“ Vier einfache Worte, aber wahrlich nicht einfach so dahingesagt. Am 6. Oktober 2007, an einem Samstagabend, bei der Hochzeit meiner Cousine in Bielefeld, teilte ich meinem Mann mit, dass ich mich nach gut zwei Jahren Ehe von ihm trennen wollte. Kein optimaler Moment, sogar eher taktlos von mir, ihn aus dem Festsaal nach draußen vor die Tür zu bitten, um ihm dort mitzuteilen, dass ich ihn verlassen würde. Aber es ging nicht anders. Ich musste ihm sagen, dass ich nicht mehr glücklich war, dass ich mich mit ihm einsam fühlte, dass ich nur noch raus, raus, raus aus dieser Ehe wollte.

Ich gestand ihm auch, dass ich mich in einen anderen verliebt hatte, ganz offen, ehrlich und brutal, alles sprudelte aus meinem Mund. Während die Stimmung der Hochzeitsgesellschaft ihrem Höhepunkt entgegenfieberte, saß mein Mann weinend vor mir und verstand die Welt nicht mehr. Es war ja aus heiterem Himmel gekommen. Jedenfalls für ihn. Hilflos und ebenfalls weinend suchte ich nach den richtigen Worten, fühlte mich grauenhaft schlecht dabei, ihn so verletzen zu müssen – und zur gleichen Zeit so unglaublich erleichtert, dass ich es gesagt hatte. Dass nun endlich etwas in Bewegung kommen würde, egal was, Hauptsache, irgendwas passierte. Schluss mit diesem Stillstand, mit dieser quälenden Gelähmtheit, die von uns Besitz ergriffen hatte.

Wir blieben noch eine halbe Stunde draußen vorm Festsaal sitzen, dann gingen wir auf unser Hotelzimmer, tranken jede Menge Wein und schliefen irgendwann ein, dicht aneinandergekuschelt, so nah wie schon lange nicht mehr. Wir hatten mal perfekt zueinander gepasst: der fröhliche, lebensbejahende, noch studierende Sonnyboy und ich, die Journalistin, die zu viel arbeitete und hin und wieder ein bisschen an sich selbst und der Welt verzweifelte. Während er mir Leichtigkeit schenkte, versuchte ich, uns ein solides Heim zu schaffen. Wir träumten von einer gemeinsamen Familie. Und dann ist dieser Traum, gemeinsam ein Kind zu bekommen, dreimal zerplatzt. Nach der dritten Fehlgeburt war es eigentlich vorbei, war diese Ehe für mich am Ende.

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