Beziehungen Ist eine Trennung das Richtige?

Trennen ist die schwerste aller Entscheidungen, denn Gewohntes gibt uns Stabilität. Warum beherztes Beenden dennoch oft das Richtige ist

Trennungen: Ja zum Nein Ist eine Trennung das Richtige? © Sean Prior - fotolia

Kennen Sie das? Das Gefühl, dass es dringend an der Zeit ist, den Kleiderschrank auszumisten? Auf der Suche nach dem passenden Pulli trifft man plötzlich auf das Kleid, das man vor 15 Jahren auf der legendär guten Silvesterparty getragen hat. Ob man noch hineinpasst? Ach, zwei Kilo runter, dann geht das schon wieder! Außerdem sind da Leggings aus den 80ern, Blazer aus den 90ern. Will man sich davon wirklich trennen – für immer? Irgendwann möchte man sie vielleicht wieder anziehen, oder erst umändern? Da sind sie, die Zweifel. Und brüllen den Trennungswunsch nieder. Genauso verfahren wir mit vielen alltäglichen Ritualen, die eigentlich keinen Spaß mehr machen: zum Beispiel weiter zum Bauch-Beine-Po-Kurs zu gehen, obwohl man viel mehr Lust auf Tennis hat. Man könnte auch mit dem Rauchen aufhören, mit den vielen Süßigkeiten, mit überlangen TV-Abenden, ja, mit so vielem. Nur: Warum tun wir es nicht – Ja zum Nein sagen? Warum hängen wir an Dingen und Situationen, die wir mitunter als Ballast empfinden? Warum räumen wir nicht mehr Raum ein für Neues und setzen unserem Leben damit gleich noch eine Energiespritze? Die Antwort der Experten ist so einfach wie einhellig: Wir haben Angst vor dem Neuen und Unbekannten. „Menschen halten viel aus, wenn sie sich in Sicherheit spendenden Gewohnheiten eingerichtet haben“, sagt die Schweizer Psychologin Katharina Ley. „Es mag ihnen so vertraut erscheinen, dass sie Aufbruchsfantasien und Sehnsüchten gar keinen Raum geben.“

 

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