Report
Der Kinderwunsch
Eine Frau erzählt, wie man damit zurechtkommt, wenn der Wunsch nach einem Baby sich nicht erfüllt
Kinder gehören zum Leben. Wer keine hat, hat wohl andere Prioritäten. Ein Vorurteil, das Kinderlosen so zuverlässig begegnet wie Regen im Februar. Dabei gibt es in Deutschland Millionen Frauen, die ganz andere Geschichten erzählen können. Für Rose Merfels, 45, Referendarin an einer Bonner Gesamtschule, gab es nie auch nur den geringsten Zweifel. Sie wollte Kinder. Schon immer. „Bereits als kleines Mädchen war es für mich ganz selbstverständlich, dass ich einmal Kinder und eine Familie haben werde.“ Mit achtzehn lernt sie den richtigen Mann kennen. Sie kaufen ein Haus, bauen ein Nest. Alles läuft nach Plan. Bis auf eines: Rose Merfels wird nicht schwanger. „Erst hatten wir immer versucht, die fruchtbaren Tage auszulassen. Wir wollten noch warten. Dann haben wir uns an den fruchtbaren Tagen orientiert.“ Doch ihr Kinderwunsch erfüllt sich nicht. Schließlich entscheiden sie sich für eine Untersuchung. Das Ergebnis: Nichts spricht gegen eine Schwangerschaft, nur dass es einfach nicht klappt. „Idiopathische Sterilität“ nennt sich das im Mediziner-Jargon, wenn für eine ausbleibende Schwangerschaft keine Ursache festgestellt wird.
Rose Merfels, 45, will anderen ungewollt Kinderlosen Mut machen und leitet an der Uni Koblenz Seminare zu Trauerarbeit



Kommentieren