Sex-Forschung

Brauchen Frauen Lust-Pillen?

Wenn es mit dem Sex mal nicht klappt, schlucken Männer Viagra – aber was hilft uns? Leicht ist es jedenfalls nicht, die weibliche Erregung zu steigern

Frau mit Pillen

Alltag kann ganz schön anstrengend sein: Job und Haushalt rauben die Energie. Natürlich müssen auch noch Einkauf, Sportprogramm und Steuererklärung gestemmt werden. Was die Leidenschaft in der Beziehung nicht gerade befeuert. In Stress-Phasen sinkt die Lust auf Sex dramatisch – und manchmal verweigert sich dann auch der Körper. Ein Viertel aller Frauen in Nordeuropa soll unter einer Erregungsstörung, auch „weibliche sexuelle Dysfunktion“ genannt, leiden. Männer haben für dieses Problem Viagra: Mit Hilfe der kleinen Blauen sollen bis heute rund 35 Millionen Männer fast zwei Milliarden Mal Sex gehabt haben.

TESTOSTERON-PFLASTER SOLLEN DIE LIEBE BELEBEN Bei Frauen steckt die Forschung noch in den Kinderschuhen. Zwar arbeitet die Pharmaindustrie bereits seit Jahren intensiv an einem weiblichen Lust-Medikament, doch die bisherigen Ergebnisse überzeugen nicht wirklich: Momentan ist nur ein Medikament auf dem Markt, das die sexuelle Aktivität von Frauen steigern kann: Das Testosteronpflaster Intrinsa wurde gegen Unlust nach den Wechseljahren entwickelt. Hersteller Procter & Gamble verspricht bis zu 70 Prozent mehr Verlangen. Sexualmediziner warnen jedoch vor starken Nebenwirkungen: Einige Frauen klagten während der klinischen Tests über unerwünschten Haarwuchs, vaginale Blutungen oder eine stark vergrößerte Klitoris. In den USA wurde Intrinsa nicht zugelassen, in Europa wird es nur in Ausnahmefällen verordnet – etwa nach der Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken.

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Autor:
Elke Serwe