Erotik Das große Tabu in der Liebe: Macht

Jede Partnerschaft braucht eine gesunde Portion Dominanz. Denn sie hält eine Beziehung lebendig – und sorgt für den erotischen Kick.

Das große Tabu in der Liebe: Macht © detailblick - Fotolia

Wer hat die Macht in Ihrer Beziehung? Bevor Sie jetzt eilig abwinken und sagen, Ihre Partnerschaft sei ausgewogen und frei von Dominanz: Sie liegen falsch. Denn wo Menschen aufeinandertreffen, da herrschen unterschiedliche Interessen. Und wo über Interessen verhandelt wird, gedeihen Machtbeziehungen. Macht ist nichts Böses, sie ist ein Fakt. Denn sie bedeutet nur, dass wir den anderen im Sinne unserer Vorstellungen beeinflussen können. Und manchmal kann Macht sogar richtig gut tun. Wie erotisch etwa wäre eine Beziehung, in der beide auch beim Sex immer Rücksicht nehmen würden?

Machtkonflikte halten die Beziehung lebendig

Dennoch ist der Begriff unbeliebt. Macht, das klingt nach Wirtschaftsbossen und knallharter Politik. Dabei kennt jeder Situationen, in denen er sich durchsetzen will – auch in der Liebe. Der Psychologe Wolfgang Krüger, Autor von „Liebe, Macht und Leidenschaft“ (Herder Verlag, 9,90 Euro), hält solche Auseinandersetzungen für positiv: „Machtkonflikte sind stets ein Zeichen dafür, dass eine Beziehung lebendig ist. Das ist immer noch besser als die Friedhofsruhe einer Partnerschaft, in der jeder schweigt.“ Während in unserer Elterngeneration die Ehefrau meist automatisch ihrem Mann die Entscheidungsmacht zugestand, haben wir gelernt, zu verhandeln und zu diskutieren. So setzt er sich vielleicht bei der Urlaubswahl durch, sie bestimmt über den nächsten Wochenendausflug. Ein solcher Umgang mit Interessenkonflikten ist gesünder. Denn wenn immer der Gleiche die Oberhand behält,bringt er damit die Beziehung aus der Balance. Stellen wir uns das Partnerschaftsleben mal als großen Flickenteppich vor. Jeder Flicken steht für eine Sphäre der Partnerschaft – etwa Ordnung, Kochen, Kommunikation oder Sex.

1 2 3
 
Schlagworte:
Autor:
Marike Frick