Beziehung von Müttern und Kindern
Mutterliebe - neue Forschungsergebnisse
Lieben wir unsere Kinder automatisch, von Natur aus? Oder folgen wir gesellschaftlichen Normen, wenn wir unsere Kleinen ohne Murren etwa 4500-mal wickeln und sie später als grummelnde Teenager nachts von der Disco abholen? Forscher sagen: Beides trifft zu!
Als ich den Auftrag zu dieser Geschichte bekam, dachte ich spontan: Nichts leichter als das. Schließlich bin ich selbst Mutter zweier Kinder. Sollte es da nicht ein Einfaches sein, ein herziges Stück über dieses wunderbare Gefühl zu schreiben?
Aber schon am ersten Tag der Recherche wurde die Sache unübersichtlich: Was ist eigentlich mit Müttern, die ihre Kinder zur Adoption freigeben? Widerspricht das nicht der Idee von angeborener Mutterliebe? Und wie sieht es bei mir selbst aus: Schaue ich nicht an manchem verregneten Sonntagnachmittag alle halbe Stunde auf die Uhr, ob ich die Kinder schon ins Bett verfrachten kann, um dann endlich in Ruhe auf dem Sofa zu lesen? Sieht so wahre Mutterliebe aus? Ich persönlich finde auch die Art und Weise, wie Hollywood-Mums ihrem Nachwuchs ihre Liebe mit 1000 Dollar teuren Outfits beweisen, fast ebenso befremdlich wie die Sitte in einigen westafrikanischen Kulturen, Kleinkinder in eine andere Familie abzugeben, um nachbarschaftliche Beziehungen zu festigen. Seltsam ist auch: Frauen, die sonst in jeder Lebenslage über ein starkes Selbstbewusstsein verfügen, haben als Mütter trotzdem nicht selten das Gefühl, nicht zu genügen, es nicht gut genug zu machen. Kurzum, je mehr ich las und nachdachte, desto klarer wurde mir: Die mütterlichen Gefühle sind eine höchst komplizierte Angelegenheit.



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