Berufswunsch
Traumjob gesucht
Sie und Ihr alter Job sind nicht mehr glücklich zusammen? Dann finden Sie heraus, welcher Beruf jetzt in Ihr Leben passt. Business-Coach Silke Kienecker zeigt, wie der Neustart gelingt.
Als sie den Aufhebungsvertrag unterschreibt, spürt Marion Wiss den Kloß im Hals. „Jetzt bloß nicht heulen“, denkt sie. Tausende Arbeitsstunden hat sie hier verbracht. Vorbei. 13 Jahre war sie bei dem angesehenen Technikunternehmen beschäftigt, zuletzt als Vertriebsleiterin. Dabei ist die 43-Jährige eigentlich froh, die Unzufriedenheit der letzten Jahre hinter sich zu lassen. „Ich war so unglücklich. Und als Personal abgebaut werden musste, habe ich das Angebot meiner Firma angenommen. Ich wollte einfach nur weg!“
Wer sich beruflich neu orientiert, geht auf eine Reise ins Ungewisse
In meine Beratung kommen immer mehr Menschen, die einen Neuanfang brauchen. Marion Wiss erfuhr über eine Freundin von mir. Jetzt sitzt sie bei mir und erzählt, wie es war, als ihr Job und sie sich getrennt haben. Wer sich beruflich neu orientiert, geht auf eine Reise ins Ungewisse. Darum ist es wichtig, sich zunächst Sicherheit ins Reisegepäck zu holen. In der ersten Sitzung lasse ich meine Kunden ihr bisheriges Arbeitsleben Revue passieren und bewerten, wie erfolgreich und zufrieden sie waren. Dabei entstehen zwei Linien, die aussehen wie Börsenkurven mit Hochs und Tiefs. Eine ungewöhnliche Art, sein Leben zu betrachten. Aber eine, die viel Klarheit bringt. „Wenn ich im Job erfolgreich bin, fällt meine Zufriedenheitskurve im Alltag“, sagt Marion Wiss nachdenklich. „Das ist wie ein Muster.“ Aber sie steigt auch wieder an. Und jeder weiß selbst am besten, wodurch. Ich frage Marion Wiss, was ihr in Tiefphasen hilft. Ganz oben steht „mich zurückziehen“, „keine Termine“, „ein Wochenende mit meinem Freund“. So erstellt sie eine Art Packliste aller Dinge, die ihr in Krisen helfen.
Drei Wochen später treffen wir uns wieder. Marion Wiss hat viel über ihre Jobkurve nachgedacht. „Es hat mich darin bestätigt, dass ich einen Job haben möchte, bei dem Erfolg und Zufriedenheit zusammenkommen. Aber was? Ich kann doch nur das, was ich gelernt habe.“ Eine typische Sichtweise, denn vielen Menschen fällt es schwer, ihre Fähigkeiten zu sehen. Ich bitte Marion Wiss deshalb um eine Art Bauanleitung für ihre Doppelgängerin: Was kann diese Doppelgängerin gut? In welchem Bereich kennt sie sich aus? Was schätzen andere an ihr? Durch diese Methode wechselt Marion Wiss die Perspektive. Sie betrachtet sich von außen. „Auf einmal sehe ich mich mit anderen Augen. Das fühlt sich richtig gut an!“



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