Modetrends

Mode aus Pelz

Mode aus Pelz – ein weltweites Milliardengeschäft: Deutschland ist Hauptabnehmer wenn es um Pelzimporte geht. Ist das Material ein flauschiges Accessoire oder Ausdruck von Tierquälerei?

Pelz Mode aus Pelz © Dmitrii Kotin / Thinkstock

Was für den einen ein luxuriöses, flauschiges Accessoire oder Kleidungsstück für kalte Wintermonate ist, ist für den anderen ein Ausdruck von Tierquälerei – das Tragen von Pelz sorgt seit Jahrzenten für hitzige Diskussionen.  Ob Muff, Mantel, Tasche oder Stiefel: Ein Kürschner, zu dessen Aufgaben auch Reparatur, Pflege und Modellentwurf zählen, kann die verschiedenste Mode aus Tierfellen herstellen. Trotz heftigen Protesten von Tierschützern in den vergangenen Jahrzehnten – Pelze sind weltweit ein Milliardengeschäft. 

 

Deutschland zählt zu den Hauptabnehmern

 
Webpelz: Eine Alternative ohne Tierleid
Pelz-Mode - Die schönsten Teile aus Webpelz

Tierfreunde wollen meist aus guten Gründen auf Echtpelz verzichten. Guter Webpelz ist allerdings eine Alternative, die sich sehen lassen kann.

In vielen Ländern gibt es sogenannte Pelzfarmen. Besonders in China boomt der Markt, das Land ist weltweit der größte Pelzwarenexporteur. Hier gibt es keinerlei Tierschutzgesetze für die Haltung der Pelztiere. Und Deutschland zählt zu den Hauptabnehmern. Viele Menschen wissen überhaupt nicht, dass sie echten Pelz kaufen und tragen. Denn dieser ist mittlerweile erschwinglicher als Kunstpelz geworden und wird somit häufig verwendet. Ob als Kragen an der Jacke oder Bommel an der Mütze. Für den Kunden ist der Preis kein Indiz dafür, um welche Art Fell es sich handelt. 
 

Pelz von verschiedenen Tieren

 
Die Pelzgewinnung erfolgt unterschiedlich. Ein großer Teil der Felle kommt aus Pelztierfarmen, andere Pelztiere wie Füchse, Robben oder Waschbären werden auch in freier Wildbahn gefangen. Einige stammen von Nutztieren wie beispielsweise von Ziegen oder Kaninchen. Seit 2007 sind über 20 der Pelztierfarmen in Deutschland geschlossen worden. Laut einer Liste des Tierschutzbundes vom März 2014 gibt es aktuell noch acht Farmen in Deutschland, die als Pelztierfarmen bekannt sind. In allen Fällen handelt es sich um Nerzfarmen, die beiden größten befinden sich in Mecklenburg-Vorpommern. Sie sollen laut dem Deutschen Tierschutzbund Ende 2017 geschlossen werden, da die Betreiber einem Vergleich zugestimmt haben. Momentan werden dort circa 75.000 Nerze gehalten. Laut dem Deutschen Pelz- Groß- und Außenhandelsverband muss das Schlachten oder Töten der Tiere „angstfrei und leidensarm erfolgen“. Für viele Tierschützer ist dem jedoch definitiv nicht so. 
In den meisten europäischen Ländern ist die Pelztierhaltung im Allgemeinen erlaubt. In Österreich und England ist die Haltung zum Zweck der Pelzgewinnung komplett verboten.  
 

Machen Sie den Test!

 
Wer testen möchte, ob es sich bei seinem Kleidungsstück oder Accessoire um echten Pelz handelt, kann ein einfaches Experiment durchführen. Einfach ein paar Haare aus dem Pelz zupfen und diese in die Flamme eines Feuerzeuges halten. Handelt es sich um Kunsthaar, werden diese schmelzen und nach Plastik riechen. Am Ende bilden sich kleine Kugeln aus Plastik. Echter Pelz hingegen riecht nicht nach Kunststoff, er verbrennt wie menschliches Haar.  
Online gibt es zahlreiche Portale, in denen man sich über die Haltung von Pelztieren und die Herstellung von Pelzen informieren kann. Auch kurze Filme und Videos, meistens heimlich von Tierschützern aufgenommen, gewähren einen Einblick in die Farmen. Wer sicher gehen möchte, keine echten Fellprodukte zu kaufen, kann sich auch auf Listen über Pelzfreie Warenhäuser informieren.  
 
 
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