Interview

Guido Maria Kretschmer gibt Näh-Tipps

Wir haben Multitalent und Designer Guido Maria Kretschmer einen Tag vor seiner Show auf der Fashion Week in seinem Berliner Atelier getroffen und mit ihm über seine Kollektion, die Must-Haves des Sommers und das Nähen gesprochen.

Guido Maria Kretschmer Guido Maria Kretschmer gibt Näh-Tipps © Judith Schröder

Die Fashion-Week in Berlin ist in vollem Gange. Unsere Redakteurin Nina Klein traf Designer und Multitalent Guido Maria Kretschmer einen Tag vor seiner großen Show in seinem Berliner Showroom. Wer hätte es gedacht, der Designer war entspannter denn je und plauderte mit uns über seine neue Kollektion, die Must-Haves des Sommers und über das Nähen.

Guido, Donnerstag ist dein großer Tag auf der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin und Du präsentierst Deine neue Kollektion. Was erwartet uns im nächsten Herbst/Winter?

Bei mir wird es rockiger und jünger - es geht noch mehr in Richtung ready to wear. Ich freue mich sehr über die neue Kollektion.

Hast Du ein Lieblingsteil in Deiner Kollektion?

Ja, auf jeden Fall. Eine Jacke liebe ich besonders, die ist so bequem und lässt einen schlanker aussehen (lacht). Außerdem mag ich die Kombination aus einem Strick-Pullover zusammen mit einem sehr süßen Rock. Ich sehe das Outfit so gerne an den Models, dass es beim Fitting jedes Mädchen einmal anprobieren musste (lacht).

Du wirkst sehr entspannt. Waren die Tage vor der Präsentation nicht stressig für Dich?

Ich bin total entspannt. Ich habe letztens sogar noch eine Woche Urlaub gemacht. Alles steht, alles ist fertig, ich hätte schon vor 14 Tage die Kollektion präsentieren können (lacht).

Aber jetzt steht erstmal der Frühling vor der Tür. Was ist das Must-Have des Sommers für uns Frauen?

Leichte und gut geschnitte Kleider finde ich immer wichtig. Außerdem würde ich mich freuen, mehr Frauen mit flachen Schuhen zu sehen. Lassen Sie die hohen Absätze und Plateau-Schuhe im Schrank. Auf diesen Schuhen können viele Frauen eh nicht laufen. Ich bin mehr für Bodenkontakt für die Frauen! Auch Transparenz ist ein großes Thema im Sommer.

Auf was sollten wir noch verzichten?

Gelb ist natürlich eine Trendfarbe des Sommers, aber da sollten manche Frauen aufpassen, denn Gelb steht nicht jeder. Dann lieber auf einen schönen Druck zurückgreifen. Ich kann sowieso nur empfehlen, die eigene Kleidung mehr zu mixen und umzustylen, anstatt ständig etwas Neues zu kaufen. Im Sommer trägt Frau halt nur das Kleid und im Herbst wird es mit einer schönen Strumpfhose und Strickjacke kombiniert.

Du kooperierst seit einigen Jahren mit dem Nähmaschinenhersteller Pfaff und im letzten Jahr habt ihr angefangen, Nähtalente zu suchen - ein großer Erfolg.

Ja, ich finde Nähen sehr wichtig. Ich habe mit neun Jahren angefangen zu nähen und meine Nähmaschine selbst für einen Auslandsaufenhalt mit nach Spanien genommen (lacht). Der Wettbewerb war eine große Freude. Es ist unglaublich, was die Leute alles machen und herstellen. Auch die Geschichten dahinter sind besonders berührend. Und auch hier ist es wieder wichtig zu zeigen, dass man sich nicht immer etwas Neues kaufen muss, sondern mit ein paar einfachen Schritten aus einem alten Stück etwas völlig Neues nähen kann. Kleidung soll Dich warm halten und glücklich machen. In diesem Jahr werden wir den Wettbwerb fortsetzen.

Wann saßt Du das letzte Mal vor der Nähmaschine?

Ich schaffe das durch meine Fernsehtätigkeiten leider immer weniger, aber im Monat sind es immerhin noch ein paar Stunden. Wenn mein Frank etwas kleines genäht haben möchte, dann mache ich das immer schnell für ihn (lacht). Vor über zehn Jahren habe ich mir zum Beispiel diesen Schal genäht (zeigt auf einen Schal an seinem Hals). Ich habe einen alten Kaschmir-Schal mit einem Chiffon-Rest zusammengenäht und liebe dieses Teil noch heute. Es ist schnell gemacht und das kann eigentlich jeder.

Die FÜR SIE-Leser stricken und nähen ja auch leidenschaftlich gerne. Hast Du ein paar Tipps für Anfänger?

Wenn man nicht weiß, was man einer Freundin schenken soll, kann ich nur empfehlen, einen Nähkurs zu schenken. Es ist ein schönes Erlebnis, das mit einer Freundin zu erleben. Und danach kann man sich überlegen, ob man sich eine Nähmaschine leisten möchte oder nicht. Bei seinem ersten Stück sollte man darauf achten, dass man nicht daran verzweifelt. Am besten nimmt man einen fließenden und gemusterten Stoff und näht sich zum Beispiel eine Tunika für den Sommer. Bei dem Muster fällt es dann nicht so auf, wenn die Naht nicht ganz gerade ist oder mal etwas schief geht. Mein Tipp, fangt auf jeden Fall mit etwas leichtem, fließendem an, das alle Hurra schreien lässt. Der Blazer oder die Latzhose kommt dann später dran (lacht).

Vielen Dank für das Gespräch!

 
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