Traditionelle Weihnachtsbräuche

Weihnachtsgerichte und ihr Ursprung

Weihnachten ist ein Fest der Liebe – Und geprägt von Traditionen und üppigen Speisen, wie zum Beispiel Gänsebraten. Doch woher kommen die Bräuche?

Weihnachtsessen Weihnachtsgerichte und ihr Ursprung © Monkey Business/Thinkstock

Was weltweit an Heiligabend serviert wird - und warum

Bald beginnt die Adventszeit, und langsam kann man sich Gedanken machen, was man seinen Liebsten Weihnachten servieren möchte und wie man sein Weihnachtsfest gestaltet. Macht man einen ganzen Braten oder lieber doch ein Raclette? Für Paare oder wenige Personen eignet sich Entenbrust wahrscheinlich eher als ein Fasan. Länderübergreifend gibt es einige Gemeinsamkeiten, was die Auswahl des Essens betrifft. Zum Beispiel sind Geflügelbraten sehr beliebt. Bräuche und Traditionen prägen seit Jahrhunderten das Fest der Liebe. Genau wie es unterschiedliche Geschichten und Legenden rund um die Nikolauszeit und Weihnachten gibt, existieren länderspezifische Gerichte und Rituale. Doch woher stammen diese Traditionen?

Wie wurde der Gänsebraten zur Tradition?

Der Ursprung des Gänsebratens liegt im katholischen Brauch der Martinsgans, die vor Beginn der adventlichen Fastenzeit am 11. November gegessen wird. Am Heiligabend endet diese Fastenzeit und es wird wieder eine Gans als

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 Vorspeise: Pikante Bratäpfel
 Hauptgericht: Gefüllte Weihnachtsgans
 Dessert: Nougat-Mousse mit Rotwein-Pflaumen

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Festtagsbraten zubereitet. Es ranken sich viele Geschichten darum, warum gerade eine Gans als Festmahl gewählt wurde. Die geläufigste ist, dass die Gans im römischen Reich ein hoch geachtetes Tier war, da sie mit ihrem Geschnatter vor ungebetenen Gästen warnte. Somit konnte man Leuten durch das Schenken ebendieser eine Freude machen. Zudem endete das bäuerliche Jahr zum 11. November und die jährlichen Pachtauszahlungen standen aus. Mägde, Knechte und Feldarbeiter wurde als Lohn eine zu dieser Jahreszeit schon fett gemästete Gans gegeben.

Auch in der germanischen Mythologie wurde Wotan, dem nordischen Göttervater, stets eine Gans geopfert. Eine weitere Geschichte besagt, dass im Mittelalter einigen Feinschmeckern der Weihnachtskarpfen zu langweilig gewesen sei und sie beschlossen, dass auch am Wasser lebende Tiere (wie Gans und Ente) als Fische zu gelten hätten und man mit dem Verspeisen dieser dennoch die Fastenzeit einhielte.

Die letzte Version zur Tradition der Weihnachtsgans ist eine Legende aus dem Jahre 1588: In der Weihnachtszeit verspeiste die englische Königin Elisabeth gerade eine Gans, als die gute Nachricht eintraf, dass die spanische Armada bezwungen worden sei. Sie deutete dies als gutes Omen und aus Freude über den Sieg erklärte sie die Gans zum Weihnachtsbraten, was sich dann als Brauch über den europäischen Kontinent verbreitete. Sie wird meist mit Äpfeln, Zwiebeln, Kastanien und Dörrpflaumen gefüllt und mit Salz, Pfeffer, Majoran und Beifuß gewürzt. Serviert wird sie mit Rotkohl, Bratensauce und Klößen oder Kartoffeln. In Schweden gehören Apfelmus und Rosenkohl unbedingt dazu. Im Elsass hingegen eher deftiger mit Sauerkraut und einer Füllung aus Bratwurst. So hat sich die Martinsgans neben dem Truthahn als Weihnachtsgericht in verschiedenen Ländern etabliert.

Geflügelalternativen und ihre Geschichte

Die ärmere Bevölkerung konnte sich diese jedoch nicht leisten, weshalb sie auf Blut- und Leberwurst, sowie Mett und allgemein Schweinefleisch zurückgreifen musste. Bis heute hat sich diese Tradition gehalten, und viele Familien essen ganz simpel Würstchen mit Kartoffelsalat an Weihnachten, häufig auch aus praktischen Gründen. Wohlhabendere religiöse Familien aßen am Ende der Fastenzeit einen Schweinebraten mit drei Mal drei Gewürzen zubereitet, was für die Dreifaltigkeit steht. Dazu wurden stellvertretend für die Apostel zwölf Äpfel serviert. Mithilfe dieser und des Heiligen Geistes sollte ein neues gesundes Jahr ohne Hunger eingeläutet werden.

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Christliche Familien, die sich an die Fastenzeit halten, aßen und essen an Weihnachten einen Karpfen, da die Fastenzeit (die Fisch aber kein Fleisch zulässt) erst in der letzten Stunde des 24. Dezembers endet. Besonders in Osteuropa ist diese Tradition heute noch weit verbreitet. Der Karpfen steht für Fruchtbarkeit, Erneuerung, Wasser und Leben und wurde früher häufig in Klöstern gezüchtet, sodass er auch an Weihnachten verfügbar war. Eine schlesische Tradition besteht darin, die übriggebliebenen Gräten des Weihnachtskarpfens unter Obstbäume zu legen, damit sie im nächsten Jahr viele Früchte tragen. Viele umgehen mittlerweile die Fastenzeit und möchten speziell an Weihnachten nicht auf Fleisch und Braten verzichten. Den Drang, etwas besonders Leckeres und Aufwendiges zu essen, verspüren Menschen unterschiedlicher Nationen.

Andere Länder, andere Sitten

Das wird in anderen Regionen der Erde an Weihnachten gegessen:

USA: Truthahnbraten gehört hier zu einem tradtionellen Weihnachtsfest, genauso wie der danach servierte üppige Fruit Cake mit getrocknetem Obst. Die Alternative ist ein frischer Apple Pie. Auch die Weihnachtsbaumdeko in Form von gekringelten Zuckerstangen wird gern genascht. Ein aus Großbritannien stammendes schaumiges Eierlikör-Rezept rundet das Festmahl ab.

England: Traditionell wird am 25. Dezember Truthahn mit frischem Gemüse und einer fetten Sauce gegessen. Dieser hat in vielen Familien den traditionellen Gänsebraten abgelöst. Natürlich gehört auch der typische Plumpudding (auch Christmas-Pudding genannt) zum Rahmenprogramm. Er ist - anders als sein Name vermuten lässt - kein Kuchen im klassischen Sinne, sondern eher ein herzhaft-würzig gebackener Teig gefüllt mit Rum und getrockneten Früchten. Alternativ gibt es frischen Mince-Pie.

Frankreich: Auch hier ist der Truthahn überaus beliebt und wird als “Dinde aux marons“ serviert, also mit Maronen garniert. Sehr beliebt ist "Reveillon", ein Festmahl aus Austern, Pasteten, Truthahn und Champagner, dazu gezuckerte Maronen.

Australien: Während des westeuropäischen Winters ist hier Hochsommer. Der Weihnachts-Truthahn wird deshalb am liebsten am Strand oder im Garten beim Picknick verzehrt.

Dänemark: Hier genießt man nach einer Grütze bzw. einem Enten- oder Schweinebraten mit zuckerglasierten Kartoffeln traditionell Reis- oder Mandelpudding mit Kirschsoße. Im Pudding wird eine Mandel versteckt. Derjenige, der sie bekommt, erhält ein kleines weiteres Geschenk.

Afrika: Bei den Zulu schlachtet der Dorfchef am 24. Dezember ein Schaf oder einen Ochsen. Die Frauen bereiten das Fleisch zu, um es dann am 25. mit dem ganzen Dorf zu verzehren. Dazu gibt es Maisbrei, Salat und selbstgebrautes Bier.

Indien/Goa: Die indischen Katholiken naschen frittiertes Süßes aus Kokosnuss, Mehl und Zucker. Die “Kormolas“ und “Niorios“ werden auch an Freunde und Verwandte verteilt.

Polen: Das Festessen, welches aus zwölf Gängen (ebenfalls symbolisch für die zwölf Apostel) besteht, beginnt erst, sobald der erste Stern am Himmel zu sehen ist. Es wird sicherheitshalber ein Gedeck mehr aufgelegt, falls unerwartet fremder Besuch erscheint. Tagsüber wird gefastet, abends vor dem Hauptgang gibt es große eckige Back-Oblaten (meist mit aufgeprägtem Bild), die als Zeichen des gemeinsamen Lebens miteinander geteilt werden.

Asien: Hier gibt es traditionell keine großartigen Weihnachtsfeiern, außer bei einigen Leuten, die die westlichen Traditionen spaßeshalber aufgegriffen haben. Einige Asiaten gehen auf Partys und feiern dann erst Silvester/Neujahr ein richtiges Familienfest.

Unabhängig davon, wo Sie sich an Heiligabend befinden und was es zu essen gibt: Bedenken Sie lieber den Sinn des Festes und der Nächstenliebe, anstatt das Gelingen der Feiertage von äußeren Faktoren abhängig zu machen. Falls Ihnen dennoch Inspiration zu ihrem Hauptgang fehlt, werfen Sie gern einen Blick in unsere Weihnachtsrezepte. Wir wünschen Ihnen und Ihren Liebsten ein besinnliches Fest!