Brauchtum und Sitten

Weihnachtsbräuche: So feiert man Weihnachten

Wussten Sie, dass der Weihnachtsbaum ein deutscher Traditionsexport ist? Oder dass die Dänen gerne ihre Wichtel füttern? FÜR SIE hat skurrile und schöne Bräuche oder Sitten rund ums Weihnachtsfest gesammelt.

Weihnachtsbaum und Kamin - Weihnachtsbräuche: So feiert man Weihnachten Weihnachtsbräuche: So feiert man Weihnachten © istockphoto

Weihnachten in Deutschland steht für Gänsebraten, Lebkuchen, den Adventskranz mit vier Kerzen, einen bunt geschmückten Weihnachtsbaum und Kinder, die sich über die Geschenke am Heiligabend freuen. Wift man einen Blick über den Tellerrand, wird schnell klar: In anderen Ländern sind Sitten und Brauchtum rund ums Fest deutlich anders gestaltet. Und das betrifft nicht nur Gepflogenheiten rund ums Essen oder die Art der Geschenke. Auch der Tag und die Zeit der Geschenkübergabe ist weltweit unterschiedlich.

Das Christkind kommt nur in Deutschland zu Besuch - Der Weihnachtsmann hält Einzug

In den Niederlanden und Belgien zum Beispiel türmen sich nicht am Abend des 24. Dezembers die Geschenkverpackungen neben dem Weihnachtsbaum, sondern am 6. Dezember - dem Nikolaustag. In der Tradition ist es so, dass der Nikolaus bereits in der Adventszeit die Weihnachtsgeschenke. Heiligabend wird trotzdem gefeiert, aber mehr aus religiösem Ansporn und der Geburt Jesu in der Krippe. Geschenke gibt es hier traditionsgemäß eigentlich nicht. Der Brauch, die Geschenke am Morgen des 25. Dezembers zu öffnen, stammt aus Großbritannien und wird so auch in den USA, Australien und Neuseeland vollzogen, wo die Geschenke in der Nacht verteilt werden. Doch während bei uns in religiösen Gegenden das Christkind die Geschenke bringt und in den USA Santa Claus mit seinem Schlitten von der Ostküste über die Rocky Mountains gleitet, rutscht in der Geschichte Großbritanniens Father Christmas durch den Schornstein. Weihnachtslieder hingegen werden auf der ganzen Welt gleichermaßen von Jung und Alt fröhlich mitgesungen.

Jedes Land hat sein eigenes Rezept für ein köstliches Weihnachtsfest

Braten-Rezepte
Braten Rezepte

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In Deutschland kommen meist wahlweise Würstchen mit Kartoffelsalat oder auch schon der Gänsebraten am Heiligabend auf den Tisch - in Polen wird dann noch gefastet. Wenn der erste Stern am Himmel zu sehen ist, gibt es das Festtagsmenü. Und das kann sich sehen lassen. Nicht weniger als 12 Gerichte werden aufgefahren. Dazu gehören Rote-Beete-Suppe, gebratener Karpfen oder auch Hering in Öl. In Italien sind die Rezepte für den 24. Dezember fleischlos. Stattdessen werden Meeresfrüchte und Panettone, eine Kuchenspezialität mit kandierten und getrockenteten Spezialitäten, aufgetischt. Und erst am nächsten Tag, dem 25. Dezember, kommen dann die leckersten Fleischsorten auf den Tisch. Den krönenden Abschluss für das dänische Festtagsmenü bildet meist eine Weihnachtsgrütze mit einer versteckten Mandel. Die Suche ist schwierig, doch wer diese in seiner Grütze findet, erhält ein besonderes Mandelgeschenk. Dazu wird gern Wichtelbier gereicht. Die kleinen Hausgeiste werden an Weihnachten meist auch mit einer Schüssel Weihnachtsgrütze auf dem Dachboden oder vor der Haustür beglückt - als Belohnung für ihre tatkräftige Unterstützung des Weihnachtsmanns.

Ein Brauchtum aus Deutschland für die ganze Welt

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Einen geschmückten Weihnachtsbaum ins Wohnzimmer zu stellen, ist ein Brauch, der aus Deutschland stammt. Lametta, Christbaumkugeln und Strohsterne gehören in deutschen Gefilden zu Weihnachten wie der Hase zum Osterfest. Seit dem 19. Jahrundert hat sich der Weihnachtsbaum seinen Weg als erfolgreichster Weihnachtsexport Deutschlands um die ganze Welt gebahnt. Traditionsgemäß ist der Weihnachtsbaum ein Nadelbaum. Wo diese selten sind oder aufgrund klimatischer Bedingungen nicht wachsen, muss man sich anders behelfen. In Australien werden zur Weihnachtszeit wahlweise Metallgestelle mit grünen Lichterketten zu Weihnachtsbäumen dekoriert oder auch die Palme im Garten mit etwas Baumschmuck weihnachtlich in Szene gesetzt. Da Weihnachten auf der Südhalbkugel allerdings in den Hochsommer fällt, feiern die Menschen dort mit Aktivitäten, die größtenteils draußen stattfinden. An Stelle eines Braten im gut geheizten Haus gibt es ein Picknick oder Barbecue am Strand. Und mancherorts wird heute der Weihnachtsbaum zum Advent aus seinem heimligen Habitat im Wohnzimmer in feuchte Gefilde befördert: In Klagenfurt zum Beispiel veranstaltet der Tauchclub seit den 1960er Jahren ein Weihnachtsbaum-Versenken im Wörthersee. So wird den im See Verunglückten gedacht.

 
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