Weihnachten

Gesunde Lebkuchengewürze

Das Weihnachtsgebäck, das Ärzte verschreiben würden. An Weihnachten sind sie unverzichtbar und immer wieder ein Genuss: Lebkuchen. Wussten Sie, dass die Printen viele gesunde Gewürze enthalten?

Lebkuchen-Kekse auf einem Teller Gesunde Lebkuchengewürze © A_Lein/Thinkstock

INGWER heizt ein

Ingwer ist, was viele nicht wissen, eine der Hauptzutaten in traditionellen Lebkuchen. Bei solch exotischen Zutaten ist es kein Wunder, dass es Lebkuchen während des Mittelalters fast nur in Handelsstädten wie zum Beispiel Nürnberg gab. Schon damals, zu Zeiten der Kloster-Medizinerin Hildegard von Bingen, wusste man, dass Ingwer von innen wärmt: Er regt das Herz-Kreislauf-System an und lässt die Hauttemperatur steigen. Außerdem wirkt die Wurzel entkrampfend. Ingwer ist deshalb dafür verantwortlich, dass Lebkuchen trotz seiner festen Konsistenz so leicht verdaulich ist.

KORIANDER killt Keime

Lebkuchen-Rezepte
Lebkuchen

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Koriander wird im Alten Testament mit dem Himmelsbrot Manna verglichen. Seine bitterscharfen ätherischen Öle wirken desinfizierend. Derzeit versuchen Forscher sogar, aus Koriandersamen eine Alternative zu Antibiotika zu entwickeln. In Labortests konnte das Gewürz selbst die gefährlichen „Krankenhauskeime“ (MRSA) unschädlich machen, gegen die keine Medikamente helfen.

NELKEN lindern Schmerzen

Nelken als Gewürzpflanzen sind weit gereist. Ursprünglich wurden sie auf den Molukken angebaut, einer Inselgruppe im Pazifik, die den Beinamen „Gewürzinseln“ trägt. Heute noch kommt von dort die beste Qualität. Nelken enthalten Eugenol, das gegen Erkältungen hilft. Spanische Wissenschaftler entdeckten, dass sie wie kein anderes Gewürz unsere Abwehrkräfte stärken können. Zudem lindert dieses ätherische Öl Schmerzen. Wissenschaftler der Kuwait University stellten aus Gewürznelken ein Gel her, das ebenso schmerzstillend wirkte wie das chemische Betäubungsmittel Benzocain.

MUSKATNUSS macht Lust auf Sex

Muskatnuss galt im 16. Jahrhundert als Arznei gegen die Pest – und wurde durch diesen medizinischen Irrtum zur Kostbarkeit. Heute ist zwar bewiesen, dass das Gewürz leicht antibakteriell wirkt. Sein größter Vorzug ist allerdings seine anregende Wirkung auf Körper und Seele. Muskat duftet nicht nur verführerisch. Sein Inhaltsstoff Myristicin kann auch die Stimmung heben und luststeigernd wirken. Zudem ist Muskat eine Naturarznei gegen Blähungen, Magenkrämpfe und Durchfall.

ZIMT entstresst

Zimt rührte Hildegard von Bingen in ihre „Nervenkekse“ – wegen seiner beruhigenden Wirkung. Doch nicht nur gegen Stress hilft das Gewürz mit dem markanten süß-holzigen Aroma: Zimt kann den Blutzucker senken – und auch die Cholesterinwerte. Das belegt mittlerweile eine ganze Reihe von Studien. Wer Zimt in der Küche verwendet, sollte auf gute Qualität achten. Der preiswerte Cassia-Zimt (Chinesischer Zimt) enthält etwa 2 Gramm Kumarin pro Kilo – ein Stoff, der Kopfweh auslösen und in hohen Dosen die Leber schädigen kann. Gesünder ist der Ceylon-Zimt mit ca. 0,02 Gramm Kumarin pro Kilo. Beim Lebkuchen braucht man sich um das Kumarin nicht zu sorgen: In 500 Gramm Teig steckt gerade mal ein Teelöffel Zimt.

KARDAMOM regt den Stoffwechsel an

Kardamom gehört botanisch zur Ingwer-Familie. Das wissen nur wenige – denn er schmeckt vollkommen anders. Wie seine Verwandtschaft ist Kardamom ein Allrounder für unsere Gesundheit: gut für die Verdauung und antibakteriell. Seine süßliche Schärfe regt zudem den Fettstoffwechsel an. Deshalb macht Lebkuchen trotz seiner rund 400 Kilokalorien pro 100 Gramm nicht so schnell dick wie andere Weihnachtsleckereien.