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Wotan Wilke Möhring im Interview

Unser Mann des Monats: Im April 2013 startete sein Kinofilm "Das Leben ist nichts für Feiglinge", und er trat erstmals als „Tatort“- Kommissar auf. Mehr Wotan geht nicht …

wotan-wilke-moehring Wotan Wilke Möhring im Interview © Getty Images

Herr Möhring, was haben sich Ihre Eltern dabei gedacht, Sie Wotan zu nennen, wie den germanischen Kriegsgott? Haben Sie ein aufbrausendes Temperament? 

Es gibt schon Dinge, die mich auf die Palme bringen. Zum Beispiel, wenn Leute sagen: „Ich tue hier nur meine Pflicht.“ Oder wenn ich irgendwelche Hotlines anrufen muss. Das ist mir gerade neulich passiert: Ich will mich beschweren, und der Typ legt einfach auf! Da werde ich zum Berserker.

Sie waren früher eine Zeit lang Punkmusiker. Sehen Sie sich immer noch als Rebell? 

Das nicht. Aber dass man nicht einfach alles hinnimmt, sondern Dinge auch mal infrage stellt und nicht alles so macht, weil alle anderen das eben auch so machen – diese Einstellung ist geblieben. Und ich versuche, das auch an meine Kinder weiterzugeben. 

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Sind Sie denn ein antiautoritärer Vater? 

Mit diesen Kategorien habe ich nicht viel am Hut. Ich versuche vorzuleben. Du bist, was du tust. Du kannst Kindern viel erzählen. Aber wenn du dich nicht selbst an deine Regeln hältst, funktioniert das nicht. Das kriegen die ganz schnell mit (lacht). Also lieber weniger verbieten und dafür wirklich konsequent bleiben.

Sie sind gelernter Elektriker. Brauchen Sie eigentlich Handwerker zu Hause? 

Höchstens mal aus Zeitnot. Etwas zu reparieren gibt ja eine andere Art der Befriedigung, als wenn man einfach ständig neu kauft. Diese Wegwerf-Mentalität liegt mir nicht, da bin ich auch anders aufgewachsen.

Als Schauspieler waren Sie ja eher ein Spätzünder …

… und als Vater auch (lacht)!

Warum hat beides so lange gedauert? 

Ich musste wohl erst volle Kanne mein Leben auskosten, bis ich genug genommen hatte und bereit war, auch zu geben. Mit der Schauspielerei war das ähnlich. Da kann ich alles einbringen, was ich erlebt habe.

Welcher Beruf gibt einem sonst die Möglichkeit, so viel Neues auszuprobieren, in so unterschiedliche Leben hineinzuschauen? 

Das ist, als wäre man ständig auf Weltreise. Für die Schauspielschule galt ich mit Ende 20 übrigens als zu alt, das finde ich grotesk: Wie kann man für eine Kunstform zu alt sein? 

In Ihrem neuen Film „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ spielen Sie einen Witwer, der den Tod seiner Frau verarbeiten muss. Gibt es trotzdem etwas zu lachen? 

Ganz viel. Weil dieser Film viel mehr mit dem Leben zu tun hat als mit dem Tod. Das ist eine sehr lebensbejahende Geschichte. Solche Filme liegen mir am Herzen. Ich bin fest überzeugt, dass das Publikum mitgenommen werden will und sich nicht nur berieseln lassen mag. An einer Berieselung möchte ich mich ungern beteiligen.

Ende April startet Ihr Einsatz als neuer „Tatort“-Kommissar Thorsten Falke. Was unterscheidet ihn von anderen Ermittlern?  

Ich möchte den Fokus mehr auf die Fälle und die Polizeiarbeit lenken als auf das Private. Thorsten Falke ist mit seiner Arbeit verheiratet. Er hat keine besonderen  Marotten – aber ein Kind, das nicht weiß, dass es seines ist. Hier ist das Format wichtiger als der Ermittler: Die Leute schalten den „Tatort“ ein und erst dann den Kommissar. Das hat mich gerade gereizt.

Gucken Sie selbst sonntags „Tatort“? 

Ich versuche es. Zurzeit ist es etwas schwierig, um Viertel nach acht alle Kinder im Bett zu haben (lacht). 

Ihr „Männerherzen“-Kollege Til Schweiger ist der andere Neue beim „Tatort“. Sehen Sie sich als Konkurrenten? 

Nein, gar nicht. Til ist in Hamburg angesiedelt, und ich bin für den ganzen norddeutschen Raum zuständig. Wir kommen uns nicht in die Quere.

Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft?

Überraschungen. Ich suche immer nach der nächsten Herausforderung. Was morgen kommt, ist immer spannender als das, was gestern war.

Hier geht es zum Trailer „Das Leben ist nichts für Feiglinge“

 

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