Modedesignerin

Portrait: Stella McCartney

Designerin Stella McCartney hat nicht nur einen großen Namen. Mit Können und Willen ist sie in die erste Riege der Modeszene aufgestiegen.

Stella Mccartney Portrait: Stella McCartney © Getty Images

Stella McCartney in der Jury des Designer for Tomorrow-Awards 2013>>

Als Stella McCartney (41), Tochter von Beatles-Legende Paul, 1995 ihre Abschlusskollektion am Central Saint Martins College in London präsentierte, hing ihre Herkunft noch wie ein Damoklesschwert über ihrer Karriere: Hat sie nur einen berühmten Namen oder wirklich Talent? Die Frage entschied sie für sich, sie gehört zu den Top-Designern der Modeszene. Am 3. Juli 2013 war Stella McCartney in Berlin zu Gast, um die Beste unter fünf Nachwuchstalenten auszuzeichnen. Denn sie ist seit Kurzem Schirmherrin des Awards Designer for Tomorrow, der seit 2009 jährlich von Peek & Cloppenburg verliehen wird, im Rahmen der Berliner Fashion Week (www.designerfor-tomorrow.com). Den jungen Finalistinnen gab Stella schon in der Ausscheidungsrunde wertvolle Tipps – sie weiß, wovon sie spricht, ihr Weg begann früh und war lang.

Mit 15 Jahren geht sie nach Paris für ein Praktikum bei Christian Lacroix, während ihres Designstudiums absolviert sie eine Schneiderlehre bei Edward Sexton, einem der berühmtesten Maßschneider Londons. Ihre Abschlusskollektion wird zum Medienspektakel. Die Freundinnen Kate Moss und Naomi Campbell präsentieren Stellas Entwürfe, und Papa Paul und Mama Linda McCartney klatschen in der ersten Reihe Beifall. Familienbonus, spotten viele. Auch als die noch unerfahrene Stella 1997 Chefdesignerin beim französischen Modehaus Chloé wird – als Nachfolgerin von Karl Lagerfeld! –, spottet die Szene.

Lagerfeld äußert gar, er habe sich zwar einen großen Namen gewünscht, aber einen aus der Mode, nicht aus der Musik. Heute weiß sie, dass nicht alle an ihr zweifelten, und gesteht: „Ich bin dankbar, dass bereits zu Beginn meiner Karriere so viele Menschen an mich geglaubt haben.“ Sie überzeugt tatsächlich Kritiker und Presse – mit Talent und modischer Chuzpe. Als „großartige Mischung aus Rock ’n’ Roll und Royalty“ feiert die „New York Times“ ihre eleganten Roben, ihre femininen Lingerie-Kleidchen und neckischen Satin-Boots mit aufgenähten Fußkettchen. Nach vier Jahren bei Chloé kommt das Angebot der Gucci-Gruppe, eine eigene Marke zu kreieren – Stella nimmt an. Heute umfasst ihr Label neben Mode auch Schuhe, Taschen, Dessous, Brillen, Parfums und eine Kinderkollektion.

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