Interview

Mode-Interview mit Alexandra Neldel

Süß sein? Und wie! Alexandra Neldel gefällt sich in den aktuellen Sorbet-Tönen und seidig glänzenden Stoffen. Die Schauspielerin zeigt uns ihre zarte, elegant verspielte Seite und beantwortet unsere Fragen im Interview.

Maxikleid von Michalsky Mode-Interview mit Alexandra Neldel © Philipp Rathmer

Eigentlich machen die Kellner beim Italiener in Charlottenburg nicht den Eindruck, als ließen sie sich schnell aus der Ruhe bringen. Bis Alexandra Neldel (36) ihr Stammlokal betritt. Einer nach dem anderen kommt mit „Ciao, principessa!“ angerannt und holt sich ein Küsschen. Nicht die Spur von Starallüren, im Gegenteil: Alex Neldel ist herzlich, und die Aufmerksamkeit ist ihr fast ein wenig peinlich.

FÜR SIE: Frau Neldel, entscheiden Sie morgens spontan, was Sie anziehen? Oder legen Sie am Abend vorher Ihr Outfit zurecht?

Alexandra Neldel: Ich wähle es immer spontan aus, je nachdem, wie meine Stimmung ist. Den gelben Schal zum Beispiel trage ich, weil heute endlich mal die Sonne scheint.

Bei einem Auftritt auf dem roten Teppich werden Kleidung und Styling präzise geplant. Bekommen Sie eigentlich gesagt, was sie tragen sollen?

Nein, ich stelle meine Outfits immer selbst zusammen. In der Regel rufe ich meine Lieblingsdesigner an und frage, ob ich etwas von ihnen tragen darf. Ich leihe mir etwas aus und gebe es nach dem Abend zurück.

Bei der Berliner Fashion Week haben Sie an einem Tag drei Schauen gesehen und hatten bei jeder etwas anderes an. Ist das nicht anstrengend?

Nö, wenn genug Zeit ist, flitze ich zwischen den Terminen schnell nach Hause. Wenn nicht, habe ich ein zweites Outfit in der Tasche und ziehe mich irgendwo kurz um. Anstrengend wäre das nur, wenn ich keinen Spaß an Mode hätte.

Als bekennender Modefan haben Sie sicher ein paar Styling- Tipps auf Lager. In welchem Outfit fühlt man sich immer wohl?

Im weißen T-Shirt, zur Hose oder zum Rock. Immer perfekt.

Und welcher Look geht gar nicht?

Ich stehe nicht auf Leo-Prints. Und Strass geht gar nicht.

Was ist, neben Pastell, Ihr Lieblingstrend des Sommers?

Neonfarben und fließende, lange Röcke. Finde ich super!

Woran erkennt man guten Stil?

Daran, dass man nicht verkleidet aussieht.

Glauben Sie dem Sprichwort „Kleider machen Leute“?

Ich glaube, das ist ein bisschen gefährlich. Wer versucht, aus der Kleidung eines Menschen auf dessen Persönlichkeit zu schließen, liegt schnell mal daneben.

Und wie ist das beim Film?

Da macht ein Kostüm tatsächlich einen ganz anderen Menschen aus Ihnen. Der Mode kommt große Bedeutung zu, in eine Rolle hineinzuschlüpfen. Wenn ich in der „Wanderhure“ diese schweren, langen Kleider und flache Lederschläppchen trage, laufe ich anders als etwa im Film „Die Rebellin“, wo ich ein 50er-Jahre-Kostüm und Pfennigabsätze anhatte. Überhaupt machen die Schuhe wahnsinnig viel aus. Sie sorgen dafür, dass man sich der Rolle entsprechend bewegt.

Haben Sie Ihre Film-Schuhe immer an, in jeder Einstellung, egal ob man sie sieht?

Ja. Nur bei Schnee, wenn meine Füße sehr kalt sind, gönne ich mir auch mal Emu-Boots unter dem Mittelalterkleid.

STECKBRIEF

  • Geboren: am 11. Februar 1976.
  • Privates: Lebt in ihrer Heimatstadt Berlin. Meistens ist sie in Charlottenburg unterwegs, im Sommer gern mit dem Rad.
  • Karriere: Die gelernte Zahnarzthelferin wurde bei einem Casting für die Erfolgsserie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ entdeckt. International Bekanntheit erlangte sie 2005 als Lisa Plenske, Heldin der Telenovela „Verliebt in Berlin“.
  • Aktuelles: Nach dem großen Erfolg von „Die Wanderhure“ und „Die Rache der Wanderhure“ wird der dritte Teil nun gerade in der Nähe von Prag gedreht. Ab 10. Mai ist Alexandra Neldel außerdem mit der Komödie „Unter Frauen“ im Kino.

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