Interview Matthias Schweighöfer im Interview

Als Schauspieler lieben wir ihn schon lange, jetzt führt er auch Regie: Matthias Schweighöfer (30) spielt in seinem neuen Film einen Softie.

Matthias Schweighöfer  mit seiner Freundin Ani Schromm Matthias Schweighöfer im Interview © Andreas Rentz/Getty Images

FÜR SIE: Nach zehn Jahren als Schauspieler haben Sie nun zum ersten Mal Regie geführt und Ihre Komödie „What A Man“ (ab 25. August im Kino) auch selbst produziert. Wie persönlich ist dieser Film?

Da ist natürlich viel Biografisches eingeflossen. Als Kind hatte ich zum Beispiel lange Haare und war eher rundlich. Es kam vor, dass ich gefragt wurde: „Bist du ein Junge oder ein Mädchen?“ Alle meine Freunde aus meiner Generation sind noch dabei, sich als Männer zu definieren: Muss man immer stark sein oder lieber humorvoll und sensibel? Oder darf man sich einfach so geben, wie man ist, und das ist auch okay?

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Und was für eine Art Mann sind Sie selbst?

Ich bin ungeduldig, bekomme wahnsinnig schlechte Laune, wenn es mir nicht schnell genug geht. Andererseits bin ich leicht zu begeistern und sage zu oft erst mal Ja – und dann viel zu spät Nein.

Sind Sie zu nett?

Das nicht, aber manchmal inkonsequent. Vielleicht liegt’s am Sternzeichen: Ich bin Fisch, wir schwimmen eben immer so’n bisschen. Man(n) sollte aber genau wissen, was man will. Dazu gehört natürlich auch Mut. Genau darum geht’s in „What A Man“: sich Problemen zu stellen, nicht rumschlingern. Das macht für mich einen „echten“ Mann aus. Dann wissen die Frauen nämlich auch, woran sie sind.

Worin, glauben Sie, besteht das Kernproblem zwischen Männern und Frauen?

Die Hormone! Nein, ich glaube, Beziehungen sind deshalb so oft ein Kampf, weil jeder auf seiner Position beharrt. Viele Paare trennen sich beim ersten Anlass und gehen sofort eine neue Beziehung ein. Ich bin jetzt seit acht Jahren mit meiner Freundin zusammen, das ist eine lange Zeit. Das baut man mit einem neuen Partner nicht so leicht wieder auf.

Verraten Sie uns das Geheimnis Ihrer Beziehung.

Man darf den anderen nicht für die eigenen Unzulänglichkeiten verantwortlich machen. Und: Beziehungen müssen sich entwickeln. Ich bin früher oft auf die Nase gefallen, das hatte sicher auch mit der Trennung meiner Eltern zu tun. Übrigens: Könnten wir nicht eine Annonce für meine Mutter aufsetzen? Ich würde mir so wünschen, dass sie mal ein paar nette Männer kennenlernt. Schreiben Sie: Alle, die sich eine Frau wünschen, Mitte 50, superlustig und sehr sexy, die sollen sich ruhig mal melden. Meine Mutter braucht einen Mann – das wäre doch eine gute Überschrift (lacht).

Steckbrief
  • Wo er aufwuchs: in Anklam (Mecklenburg-Vorpommern).
  • Wo er liebt & lebt: Matthias Schweighöfer zieht das ruhige Landleben mit Freundin Ani und Tochter Greta (2) auf einem Bauernhof dem coolen Berlin vor.
  • Wie er Karriere machte: Schultheater in Chemnitz, Kinodebüt im Jahr 2001. Größte Erfolge: im Kino „Keinohrhasen“ (2007) und „Friendship!“ (2010), im TV als Friedrich Schiller und Marcel Reich-Ranicki. Auszeichnungen: von Bambi bis Grimme-Preis.
  • Sein neuer Film "What A Man": In der romantischen Liebeskomödie wird der sanfte Lehrer Alex (Schweighöfer) von seiner Freundin (Mavie Hörbiger) für einen harten Kerl verlassen. Er gerät in eine Sinnkrise, zieht zu Jugendfreundin Nele (Sibel Kekilli) und nimmt Nachhilfe bei Macho-Kumpel Okke (Elyas M’Barek).

Ihre Tochter Greta ist jetzt zwei Jahre alt. Was möchten Sie ihr fürs Leben mitgeben?

Mut. Herzlichkeit. Ich möchte, dass sie viel lacht und keine Zicke wird. Und sie soll lernen, dass man sich einsetzen muss für die Dinge, die einem wichtig sind. – Ich zeige Ihnen mal ein Foto (er zückt sein iPhone): Ist ganz schön groß geworden, meine Kleine. Sehen Sie, sie hat meine Locken. Und hier ist unser Bauernhof, gleich hinter Spandau. Mit Scheune.

Til Schweiger sagt über Sie: „Matthias ist einer der Besten, die wir haben.“ Was ist an Ihnen so außer gewöhnlich?

Vielleicht, dass ich mich nie auf einen bestimmten Typ festlegen lasse. Ich drehe meine Filme fürs Publikum, ich möchte unterhalten. Und versuche immer zu vermitteln, dass ich ganz normal bin. Ich bin kein Star. Meine Marmelade mache ich immer noch selbst!

Moment! Welche Sorte denn?

Am liebsten aus Himbeeren. Selbst gepflückt natürlich. Johannisbeeren und Mirabellen haben wir auch.

Und wo helfen Sie noch im Haushalt?

Ich sauge viel Staub. Und vor Kurzem habe ich mit meinem lieben Nachbarn eine Schaukel für Greta angebaut, an unserem Walnussbaum in acht Metern Höhe. Das erforderte auch Mut (lacht)!

Wovon hätten Sie gern mehr?

Zeit! Ich hätte gern mehr Zeit für meine Tochter. Aber meinen Beruf liebe ich eben auch. Ich kann immer wieder in eine Märchenwelt flüchten, erfinden und ausprobieren, Situationen und Träume durchleben, die im richtigen Leben gar nicht möglich wären. Manche meiner Filme waren nicht besonders erfolgreich, aber das ist in Ordnung. Man will doch nicht immer nur auf dem Berggipfel stehen, es gibt ja auch noch das Tal. Ich bin froh, dass es nicht immer nur steil bergauf gegangen ist.

 

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Autor:
Ulrike Schröder