Star-Talk Kristina Schröder im Interview

Über Familienministerin Kristina Schröder weiß man wenig Privates. Uns verriet die CDU-Frau, was sie am liebsten in ihrer Freizeit macht.

Kristina Schröder Kristina Schröder im Interview © Getty Images

Rund 600 Mitarbeiter haben Sie in Ihrem Ministerium. Was für eine Chefin sind Sie?

Ich frage viel, höre zu, respektiere andere Meinungen, aber am Ende entscheide natürlich ich. So funktioniert ein Ministerium nun mal. Allerdings habe ich eine Abneigung gegen Präsenz-Rituale. Ich versuche etwa, Meetings für meine Mitarbeiter in den Abendstunden konsequent zu vermeiden.

Wird eine Familienministerin, die ein Kind bekommt, besonders stark beobachtet? Weil alle wissen wollen, wie Sie wohl Beruf und Privatleben verbinden werden?

Das ist sicherlich so. Andere Länder in Europa haben ja schon Erfahrungen damit, dass eine Ministerin schwanger wird. Für Deutschland ist das aber ein Novum. Dennoch bleibe ich dabei, dass meine private Situation auch privat bleibt. Zum Glück können das die meisten Menschen gut verstehen.

Warum schirmen Sie Ihr Privatleben so konsequent vor der Öffentlichkeit ab?

Es ärgert mich, wenn man uns Frauen ihre Rollen vorschreibt, uns in Schubladen steckt: das Muttchen am Herd, die Latte-Macchiato-Mami, die berufstätige Egoistin. Jede Frau und jede Familie ist anders, jede geht ihren eigenen Weg. Ich möchte die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass jede Familie in Deutschland so leben kann, wie sie möchte. Deswegen kann und möchte ich mich auch nicht als Rollenvorbild sehen. Das wäre ohnehin vermessen, weil unsere Situation eine andere ist als bei den meisten Familien. Und deshalb äußere ich mich auch nicht zu meiner Schwangerschaft.

Haben Karriere und Macht Sie verändert?

Ich glaube nicht. Meine Wurzeln – Familie und Freunde – sorgen dafür, dass ich die Bodenhaftung nicht verliere. Außerdem ist mir sehr bewusst, dass politische Gestaltungsmacht nur geliehen und mein Amt nur auf Zeit ist.

Sie mussten seit Amtsantritt viel Kritik einstecken. Wie gehen Sie damit um?

Kritik prallt natürlich auch an mir nicht einfach so ab, auch ich bin kein Roboter. Sachliche Kritik nehme ich zum Anlass, meine Entscheidungen zu überprüfen. Die vielen Polemiken in die Richtung „junge blonde Frau“ muss man eben zu ignorieren lernen.

Gibt es etwas, das Ihnen an Politik missfällt?

Manchmal rauft man sich die Haare, dass es so lange dauert, bis etwa ein Gesetzgebungsprozess abgeschlossen ist.

Ist Politik immer noch Männersache?

Auf keinen Fall. Schauen Sie sich die Regierung an. Wir haben eine Bundeskanzlerin und sind im Moment das erste Kabinett mit 30 Prozent Frauenanteil. Das spricht doch für sich!

Mit 14 sind Sie bereits in die Junge Union eingetreten. Was waren Sie für ein Teenie?

Ich weiß auch nicht, was damals genau mit mir los war. Ich war einfach total fasziniert und begeistert von der Wiedervereinigung und von der historischen Leistung Helmut Kohls. Ich hatte übrigens kein Poster von ihm an der Wand, wie immer geschrieben wird, aber eines von einem Elefanten im Wolfgangsee ...

Stimmt es, dass Sie damals mit Ihrem zwölf Jahre älteren Bruder abgemacht hatten: Wenn er zum Wählen geht, putzen Sie das Bad in seiner Studentenbude?

Das stimmt! Er war damals total unpolitisch und wollte eigentlich nicht. Also hat er mir diesen Deal vorgeschlagen. Inzwischen wählt er aber von alleine.

Dürfen wir nun etwas privater werden?

Mal sehen.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

„Zwei an einem Tag“ von David Nichols. Früher hab ich drei bis vier Bücher im Monat geschafft, das geht heute nicht mehr. Jetzt lese ich hauptsächlich im Urlaub, da schaffe ich dann sogar sieben bis acht.

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?

Den Dokumentarfilm „Die Anwälte“ über den Wandel der Ex-RAF-Verteidiger Otto Schily, Hans-Christian Ströbele und Horst Mahler. Faszinierend.

Welche Musik hören Sie gern?

Rosenstolz rauf und runter.

Kochen Sie gern?

Wenn dazu die Zeit bleibt. Zuletzt habe ich Königsberger Klopse gemacht.

Sie gehören sicher zu den beneidenswerten Frauen, die nie zunehmen ...

Sag niemals nie. Aber stimmt schon, ich kann gut essen.

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Autor:
Evelyn Holst