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Schauspielerin Johanna Wokalek

Sie spielte „Die Päpstin“, jetzt ist sie im Kino dem Glück auf der Spur. Ein Gespräch mit Schauspielerin Johanna Wokalek über Zufall, Freude und perfekte Augenblicke.

Johanna Wokalek Schauspielerin Johanna Wokalek © Getty Images

Was für ein Dusel. Zum FÜR SIE-Gespräch im Hamburger „Hyatt Hotel“ treffen wir Johanna Wokalek (37) kurz vor ihrer Babypause. Sie ist hochschwanger und hat dieses besondere Strahlen. Dabei sehen wir sie jetzt im Kino in einer ganz anderen Rolle: In „Anleitung zum Unglücklichsein“ steht sie sich selbst im Weg. Man sagt, dass Menschen gern über das reden, womit ihr Herz gerade voll ist. Sprechen wir also über – das Glück.

FÜR SIE: Frau Wokalek, womit kann man Sie glücklich machen?

Johanna Wokalek: Mit Schokolade! Mit dem richtigen Menschen im richtigen Moment. Und mit einem Sechser im Lotto.

Woran merken Sie, dass Sie glücklich sind? Bekommen wir das immer mit oder kann einem das Glück mal „durchrutschen“?

Glück ist, wenn man mit sich selbst und den Menschen um sich herum im Reinen ist. Man könnte natürlich dagegenhalten: Das ist Harmonie oder Zufriedenheit. Auf jeden Fall muss man offen sein für die schönen Glücksmomente im Leben, sonst entgehen sie einem.

Es heißt ja: Man hat Glück in der Liebe. Glauben Sie an Schicksal? Oder sind wir selbst für unser Glück verantwortlich?

Ich glaube schon, dass es etwas gibt, das wir nicht lenken können, das sich unserer Macht entzieht. Es gibt den richtigen Moment für den richtigen Menschen, und der ist auch Glückssache.

Und wenn ich den Richtigen im falschen Moment treffe, habe ich Pech gehabt?

Wenn man an Pech glaubt, ja. Da gibt’s ja unglaubliche Geschichten: Lebenswege kreuzen sich, und Menschen gehen aneinander vorbei, um sich Jahre später wiederzubegegnen. Glück ist nicht planbar. Wir sind in unseren Hoffnungen und Erwartungen ganz schön verkorkst. Allein schon diese Unsicherheiten bei Dates: Was ziehe ich an? Das kennen Männer und Frauen, diese Panik. Das Glück kommt aber nicht, wenn ich das will, es kommt einfach. Das dann zulassen zu können und offen dafür zu sein, dazu gehört eben auch, dass wir uns das Glück selbst zutrauen.

Im Film gibt es den Ausspruch: „Ich bin kein Pessimist, ich bin Realist.“ Würden Sie das unterschreiben?

Die Dinge realistisch zu sehen ist sicher eine gesunde Einstellung – zu wissen, dass Glück nicht ewig währt. Glücksphasen haben irgendwann wieder ein Ende. Wenn wir das wissen, können wir es besser schätzen. Denn das ist ja das Geheimnis: Wir müssen unser Glück auch zu schätzen wissen. Glück ist ja auch immer eine Frage des Standpunkts. Ein Beispiel: Ich werde krank und kann deshalb dieses oder jenes Projekt nicht machen. Aber im Nachhinein erweist sich das als gut, weil stattdessen etwas anderes, viel Tolleres kommt.

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