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Interview: Robbie Williams

Exzesse und Drogen hat er hinter sich, der neue Kick im Leben ist die Verantwortung für seine Tochter Teddy. Wir haben Robbie Williams persönlich getroffen und ein offenes Interview mit dem Musiker geführt.

Robbie Williams Interview: Robbie Williams © Eamonn McCormack/Getty Images

Die wilden Jahre sind vorbei. Mit 39 wechselt Robbie Williams Windeln, statt sich in haltlosen Partys zu ergehen. Das Verdienst von Ehefrau Ayda und Töchterchen Teddy (9 Monate) – aber auch Folge einer kreativen Durststrecke, die den Superstar mächtig ins Grübeln gebracht hat.

Herr Williams, wie fühlen Sie sich als Vater?

Ich mache mir täglich in die Hose! Jetzt bin ich gezwungen, für jemand anderen da zu sein – für den ich die volle Verantwortung trage. Insofern ist meine höchste Priorität, nicht komplett daneben zu sein. Denn Teddy ist das Beste, was mir passieren konnte.

Wann haben Sie Ihr letztes Ufo gesehen?

Das ist einige Jahre her. Und ich weiß immer noch nicht, ob es an den Drogen lag, die ich damals genommen habe, oder ob es wirklich passiert ist. Aber: Ich könnte schwören, dass ich  es erlebt habe. Selbst wenn es, seitdem ich mit meiner Frau zusammen bin und mehr auf mich achte, nicht mehr vorgekommen ist.

Heißt das, die wilden Jahre sind vorbei?

Definitiv! Ich versuche mittlerweile, immer pünktlich zu sein. Einfach, weil ich denke, dass es zum guten Ton gehört. Und was meine Arbeitsweise betrifft: Ich bin jetzt wieder fit und will die Welt erobern. Ich möchte große Shows spielen. Die Leute sollen sie lieben – und noch mehr wollen.

Wie früher?

Natürlich. Wenn man das einmal erlebt hat, will man das immer wieder – selbst wenn es stellenweise sehr anstrengend und einfach zu viel war. Ich vermisse es. Ich will es zurück.

Wobei Sie in Ihrem Lied „Be A Boy“ zugeben, dass Sie durchaus mit kritischen Stimmen zu kämpfen haben. Inwiefern?

Na ja, ein Großteil der Energie, die ich gerade habe, kommt daher, dass Leute negative Dinge über mich sagen. Es sorgt dafür, dass ich zurückschlagen will. „Be A Boy“ ist ein großes „Fuck you“ – ein gestreckter Mittelfinger.

Das klingt nach charmanter Kampfansage.

Ist es auch. Auf meiner Tour mit Take That konnte ich jeden Abend nur 27 Minuten auf die Bühne, aber es war eine tolle Erfahrung, und jeder meinte: „Wow, ist das gut.“ Für mein Selbstvertrauen extrem wichtig.

Demnach können Sie sich eine dritte Runde mit Take That vorstellen?

Nichts lieber als das! Wir haben ein erfolgreiches Album aufgenommen und die größte britische Tournee aller Zeiten absolviert. Deshalb ist momentan auch alles gut.

Ganz ehrlich: Welche Erfolgschancen rechnen Sie sich mit Ihrer Soloournee aus?

Ich will die Welt erobern! Und ich glaube, dass ich das passende Instrument dazu habe. Nämlich mein neues Album „Take The Crown“, das ich für das kommerziellste halte, das ich je gemacht habe. Denn es ist in sich stimmig – und enthält nur Hits.

„Take The Crown“ ist ein ziemlich anmaßender Titel. Welche Krone beanspruchen Sie denn da?

Keine Sorge, ich gehe nicht auf Konfrontation zur Queen. Ich sehe den Titel als Ansporn. Ja, er ist prahlerisch und arrogant, vielleicht sogar dumm. Aber: Ich denke, ich bin Popstar genug, um die Krone zu übernehmen. Egal, welche das auch ist.

Sie sind als leidenschaftlicher Fußballspieler und Fan bekannt. Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Fußballteam: Sehen Sie sich eher als Bayern München oder als Drittligist Unterhaching?

(Lacht.) Das finde ich gerade heraus. Ich würde sagen, ich war mal Bayern München. Jetzt bin ich zwar immer noch in der ersten Liga, aber eher im Mittelfeld. Wobei diese Tournee über meine Zukunft als Musiker entscheidet. Ich habe keine Ahnung, was passiert. Aber wenn ich mich noch mal für Europa qualifiziere, bin ich glücklich.

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