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Interview: Michael Bublé

Was passiert eigentlich mit Männern, deren Frauen schwanger werden? Sie reden von Babys, Babys, Babys. Sogar, wenn sie Superstars sind. Wirklich wahr! Wir haben Michael Bublé getroffen und es geschafft, auch kurz mit ihm über sein neues Album "To be loved" zu sprechen.

Michael Buble Interview: Michael Bublé © Getty Images

Seine Konzerte sind binnen weniger Minuten ausverkauft, das neue Album „To Be Loved“ ist ein internationaler Bestseller, und im Sommer steht die Geburt seines ersten Sohnes an. Alles Dinge, die den 37-Jährigen derzeit mächtig auf Trab halten. Wir trafen den werdenden Vater bei einer Stippvisite in Wien.

Herr Bublé, zu Ihrer CD „To Be Loved“ heißt es, Ihre neuen Songs handelten „von Liebe, Glück, Spaß und vielen leckeren Dingen“. Was genau verstehen Sie unter „lecker“?

Das stammt nicht von mir, sondern von meiner Plattenfirma. Ich würde das Wort nie benutzen. „Leckere Dinge“ kommen mir nicht aufs Album.

Sondern?

Ich habe etwas gemacht, das mich so zeigt, wie ich gerade bin: glücklich, verliebt  und im Bewusstsein, Vater zu werden. Deshalb sind da auch kein Drama, kein Herzschmerz und keine verletzten Gefühle, sondern ich habe Stücke ausgewählt, die ich mag und die mir mutig erscheinen. Denn ich fühle mich gerade unverwundbar. Ich kann tun und lassen, was ich will.

Gleichzeitig haben Sie massiv an Gewicht verloren. Wie ist Ihnen das gelungen?

Durch meine Frau Luisana. Wobei mein Körpervolumen noch aus der Zeit vor unserer Ehe stammte, als ich die hedonistischen Seiten des Lebens ausgekostet habe: Frauen, Drogen, Alkohol und vieles mehr. Ich war dieser junge, maßlose Rockstar, der sich nicht groß um sich selbst kümmert. Eine Partnerin zu haben, die so aktiv ist und jeden Tag ins Fitness-Studio geht, sorgt halt für Veränderungen (lacht).

Eine junge Frau zu heiraten heißt also auch, mithalten zu können?

Nein, ich könnte auch 250 Kilo wiegen, und sie würde mich trotzdem lieben. Ich würde sagen, das neue Bewusstsein für meinen Körper hat eher mit der Geburt meines Sohnes zu tun. Denn ich möchte möglichst lange für ihn da sein. Ich will gesund leben, ohne zum Fanatiker zu werden oder verrückte Diäten auszuprobieren. Und ich gehe auch nicht jeden Tag vier Stunden trainieren. Es reicht, ein bisschen zu laufen und Eishockey oder Tennis zu spielen. Ansonsten gilt für mich mehr denn je: Ich war noch nie so ausgeglichen, selbstbewusst und zufrieden mit meinem Gewicht wie heute.

Im Sommer werden Sie Vater. Was ist das für ein Gefühl?

Ich habe keine Ahnung, wie ich mich verhalten soll, und bin wahnsinnig nervös. Ich meine, ich liebe meine Frau, und Vater zu werden hat mein Leben schon jetzt auf den Kopf gestellt. Weshalb es im Grunde egal ist, ob sich dieses Album zehn Millionen Mal verkauft oder nur dreimal. Momentan ist mir mein Privatleben das Wichtigste.

Wann ist es denn so weit?

Am 21. August – meinen zumindest die Ärzte. Und ich lasse es mir auf keinen Fall nehmen, bei der Geburt dabei zu sein. Das ist mir wichtig. Genau wie die Tatsache, dass ich dadurch eine andere Beziehung zu meinen Kollegen aus der Showbranche aufbauen konnte. Früher haben wir uns vor allem darüber unterhalten, was für ein verrücktes Leben wir führen und welchen Druck wir dabei spüren. Jetzt rede ich mit Reese Witherspoon oder Robbie Williams über die bevorstehende Geburt meines Sohnes. Was großartig ist.

Und – haben die praktische Tipps parat?

Oh ja. Vor allem, dass es durchaus möglich ist, Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen. Dass man sich da keinen Kopf machen sollte und einen diese Erfahrung auf eine neue Ebene führt – weil man viele Dinge, die früher wahnsinnig wichtig waren, plötzlich genau so sieht, wie man sie sehen sollte: als extrem unwichtig.

Werden Sie es künftig beruflich etwas langsamer angehen lassen?

Das tue ich bereits. Ich habe zum Beispiel meine Tour-Aktivitäten zurückgefahren. Während ich früher sechs Wochen am Stück unterwegs war und dann eine Woche Pause hatte, nehme ich mir jetzt nach drei Wochen zwei Wochen frei. Mein Tour-Veranstalter läuft Amok, weil wir weniger verdienen. Aber mir ist das egal …

… was angeblich auch für das Geschlecht Ihres Babys galt – bis zu dem Tag, da Papst Franziskus gewählt wurde. Was hat es damit auf sich?

(Lacht.) Das ist Quatsch! Ich habe einer Reporterin der „New York Post“ erzählt, dass ich vom Arzt komme und das Ultraschallbild ganz klar einen Jungen zeigt. Worauf sie fragte, ob wir schon einen Namen hätten. Und ich meinte: „Ich kann nur sagen, was es nicht wird. Nämlich Francis.“ Was lustig sein sollte, weil am selben Tag Papst Franziskus ernannt worden war. Auch sie hat gelacht. Also schmückte ich das Ganze weiter aus: „Meine Frau hat zum Scherz gesagt, es wäre ein Zeichen.“ Das war meine Formulierung – ich habe das Wort „Scherz“ bewusst verwendet. Am nächsten Tag hieß es überall, meine Frau und ich wären beim Arzt gewesen, weil uns die Wahl des Papstes ein Zeichen gegeben hätte. Wahnsinn, oder?

So entstehen Gerüchte. Apropos: Wird es denn ein Frank, in Anlehnung an Sinatra?

Bestimmt nicht (lacht). Da sind ein paar Namen, die wir mögen. Aber wir haben uns noch nicht festgelegt. Ich finde es eh seltsam, dass Mädchennamen scheinbar viel einfacher sind. Im Ernst: Als wir noch dachten, es könnte ein Mädchen werden, hatten wir unglaublich viele. Aber einen guten Jungennamen zu finden ist gar nicht so leicht.

Welche Zukunft erhoffen Sie sich für Ihren Sohn? Wird er der Eishockeyprofi, der Sie nie geworden sind? Oder schicken Sie ihn als Fischer auf See, um die Familientradition fortzusetzen?

(Lacht.) Ganz gleich, ob er ein knallharter Hockeyspieler wird oder ein lauwarmer Ballett-Tänzer: Das Einzige, was zählt, ist, dass er gesund und glücklich ist. Ich werde ihn genauso lieben, wie mich meine Eltern geliebt haben. Egal, welchen Weg er wählt.

Sind Sie schon aufgeregt?

Und wie! Ich bin nur äußerlich cool – in meinem Inneren sieht es ganz anders aus …

Hier können Sie in das Album "To be loved" hören>>

Steckbrief

  • Geboren: am 9. September 1975 in Burnaby, vor den Toren von Vancouver.
  • Karriere: Eigentlich wollte der Sohn eines Lachsfischers werden, wovon jeder kanadische Junge träumt: Eishockeyprofi. Stattdessen fing er Fische wie sein Vater, ehe er als Sänger durch Nightclubs, Bars und Casinos tingelte, bei Hochzeiten, Supermarkteröffnungen und auf Kreuzfahrtschiffen auftrat. 2001 lernte er den amerikanischen Produzenten David Foster kennen, der ihn unter seine Fittiche nahm. Der Rest ist Popgeschichte: 2005 gelang Bublé mit „It’s Time“ der Durchbruch. Seitdem hat er 40 Millionen Alben verkauft, neun Grammys gewonnen und die größten Hallen der Welt gefüllt.
  • Familie: Michael Bublé ist seit März 2011 mit dem argentinischen Model Luisana Lopilato (25) verheiratet. Er pendelt zwischen Buenos Aires, Los Angeles und Vancouver. Im Sommer 2013 erwartet das Paar sein erstes Kind.

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