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Interview mit Max Raabe

So wie man ihn von der Bühne kennt, hätte man eine tadellos kerzengerade Körperhaltung erwartet. Aber Max Raabe sitzt erstaunlich lässig an einem Fensterplatz im kleinen Café „Manstein“ in Berlin-Charlottenburg. Er trägt einen braunen Blazer, ein hellblau kariertes Hemd unterm grünen Pulli und klassisch geschnittene Hosen. Zur Begrüßung erhebt er sich galant. Keine Frage: Der Mann hat Stil …

Max Raabe Interview mit Max Raabe © Gregor Hohenberg

Herr Raabe, haben Sie schon als Kind die Musik der 20er- und 30er-Jahre gehört?

Zuerst eher das, was mein älterer Bruder gehört hat – Kraftwerk zum Beispiel oder Simon and Garfunkel. Die eigenwillige Liebe für dieses andere Repertoire habe ich trotzdem schon sehr früh für mich entdeckt, so mit 14. Da habe ich meine ersten Schellackplatten gekauft. Zu Hause lege ich mir übrigens selten Musik auf. Ich finde Ruhe sehr schön. Und ich bin auch gern in Cafés, in denen keine Musik gespielt wird.

Ihr Palast Orchester gibt es schon seit mehr als 25 Jahren. Worin liegt Ihr Geheimnis?

Wir haben uns nie auf Lorbeeren ausgeruht, sind sehr präzise in unserer Arbeit. Die Proben sind das Wichtigste bei uns. Wir sind nie nachlässig. Und man muss auch nie jemanden, der einen Fehler gemacht hat, nach einem Konzert zusammenfalten. Das tun die Musiker alle selbst. Was noch sehr wichtig ist: Diese leichtfüßigen Schlager werden von uns genauso respektiert wie Brahms oder Beethoven. Wir selbst nehmen uns übrigens auf der Bühne und auch sonst nicht besonders ernst. Das sieht man im Video für Ihre neue CD „Für Frauen ist das kein Problem“. Da werden Sie und das Orchester von attrak tiven Feuerwehrfrauen aus einem brennenden Haus gerettet.

Ein flammendes Plädoyer für die Multitasking-Fähigkeiten der modernen Frau von heute?

Selbstverständlich (lacht). 

Wie kommt eigentlich Ihre Geigerin Cecilia Crisafulli als einzige Frau unter Männern im Palast Orchester zurecht?

Das wäre eine Frage an Cecilia, nicht an mich. Aber wie ich das so sehe, hat sie auch Spaß daran. Sie ist sozusagen die Prinzessin bei uns, und wir sind ihre großen und inzwischen sehr viel älteren Brüder … 

Auf der neuen CD gibt es auch nachdenklichere Töne, etwa in dem Lied „Am Ende kommt immer der Schluss“. Sie sind vor Kurzem 50 geworden. Denken Sie manchmal über den Tod nach?

Mir ist schon klar, dass der größte Teil meines Lebens bereits vorbei ist. Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass ich mich besser fühle denn je. Das Einzige, was mich wirklich nervt, ist: Max Raabe, Klammer auf, 50, Klammer zu. Das finde ich unpassend. Aber es geht mir gut, ich mache, was ich will, ich habe den schönsten Beruf, den ich mir denken kann.

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