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Interview: Karoline Herfurth & Michael Herbig

„Kir Royal“ ist zurück! Ein Gespräch mit den Stars Karoline Herfurth (27) und Michael Bully Herbig (43) über Facebook, Klatsch und Online-Shopping.

Karoline Herfurth, Michael Herbig Interview: Karoline Herfurth & Michael Herbig © Gertty Images

Champagner und Crème de Cassis war das Getränk der 80er. Man bestellte umso fleißiger davon, je mehr man auf sich hielt. Das Prickeln von „Kir Royal“ passte perfekt zu jener Münchner Glamour-Welt, der Regisseur Helmut Dietl mit seiner gleichnamigen Fernseh-Satire ein Denkmal setzte. 25 Jahre später dreht er mit „Zettl“ so etwas wie einen zweiten Teil. Nicht in München, sondern in Berlin. Erneut geht es um eine Welt, die sich für besser hält, um Affären und Klatschreporter. Wir trafen die beiden Hauptdarsteller im Münchner Nobelhotel „Vier Jahreszeiten“.

In „Zettl“ gehören Sie beide fest zur Berliner Schickeria-Szene, als Klatschreporter und dessen Geliebte. Wie gut kennen Sie sich in Wirklichkeit in dieser Welt aus?

Karoline Herfurth: Ich war noch nie ein Ausgeh- oder Partymensch. Noch nicht mal mit 17. Deshalb muss ich gestehen, dass ich diese Szene weder in München noch in Berlin mitbekommen habe, obwohl ich in beiden Städten meine Jugend verbracht habe.

Bully Herbig: Ich kenne auch keine der genannten Szenen. Muss ich aber zum Glück nicht, stand ja alles im Drehbuch.

Treiben Sie sich nie auf Preisverleihungen herum?

Bully Herbig: Ich gucke mir das lieber im Fernsehen an. Da sieht man mehr und kann zwischendurch ganz entspannt zum Kühlschrank gehen.

Lesen Sie Klatschpresse?

Bully Herbig: Wenn ich im Flugzeug sitze, blättere ich mich auch mal durch die Klatschpresse. Man hat sie ohnehin schnell durch, stehen ja doch immer die gleichen Geschichten drin. Wer sich wieder getrennt hat, wer wieder zusammen ist. Sind auch immer dieselben Leute. Mir würde wahrscheinlich nicht mal auffallen, wenn das Heft zwei Jahre alt wäre. Das Wichtigste ist, dass ich selbst darin nicht vorkomme.

Karoline Herfurth: Das sehe ich genauso. Ich blättere die Magazine gern mal durch, aber ich würde zum Beispiel keine „Home-Story“ mitmachen. Eine Journalistin hat mal zu mir gesagt: „Ich habe das Gefühl, dass Sie nicht so gern über sich selbst reden.“ Dabei ist das in Interviews doch eigentlich kein Wunder. Waren Sie schon mal in der Situation, dass Sie Ihre persönlichsten Sachen sagen – und morgen steht es in der Zeitung?

Oder es steht im Internet – so wie in „Zettl“.

Bully Herbig: Allerdings. Wenn früher etwas über dich geschrieben wurde, was dir nicht gefallen hat, dann konntest du dich damit trösten: Weiß morgen kein Schwein mehr und nächste Woche erst recht nicht. Heute dagegen steht jeder noch so blöde Kommentar für alle Zeiten im Internet. Im Film sagt ein Politiker zu Max Zettl: „Nehmen Sie das sofort aus dem Netz.“ Und Zettl antwortet: „Wie soll das gehen? Es umgibt uns, es ist überall.“

Es ist überall, und es ist schnell. Das hat ja auch Vorteile. Nutzen Sie das Internet als Nachrichtenquelle?

Karoline Herfurth: Nein, ich gehe nicht ins Netz, um mir die News zu holen, die in der Zeitung stehen.

Bully Herbig: Echt nicht? Ist doch praktisch. Ich kaufe mir schon lange keine Zeitung mehr.

Googeln Sie sich?

Bully Herbig: Ja, meistens nach einer Premiere. Weil ich wissen will, wie die Leute meine Filme finden.

Karoline Herfurth: Nach Premieren google ich mich auch ab und zu. Aber ehrlich gesagt eher, um zu gucken, wie das Kleid, das ich getragen habe, ausgesehen hat. Ansons ten beschäftige ich mich ungern mit dem Internet. Wenn ich mir alles durchlesen würde, was dort über mich steht, würde ich keine Interviews mehr geben. Das Einzige, wofür ich es wirklich toll finde, ist shoppen. Ich hasse es, durch Geschäfte zu latschen.

Bully Herbig: Dir ist aber schon klar, dass Shopping so eine Art Workout ist? Man verbrennt Kalorien …

Karoline Herfurth: Mag sein, aber man kauft einfach weniger, wenn man online shoppt. Weil man Fragen wie „Steht mir das? Bin ich das, bin ich’s nicht?“ zu Hause viel besser einschätzen kann als in fremder Umgebung. Im Laden denkt man vielleicht: „Ich möchte mal der französische Typ sein.“ Und dann ist man zu Hause und denkt: „Ich bin nie der französische Typ, warum hab ich das gekauft?“

Frau Herfurth, wenn Sie abgesehen vom Shoppen so ungern online sind, warum sind Sie dann auf Facebook?

Karoline Herfurth: Ich bin dort nicht, um mit meinen Freunden zu kommunizieren, sondern aus rechtlichen Gründen. Wenn ich mit meinem Namen keine Seite bei Facebook hätte, könnte jemand anderes meinen Namen nutzen.

Bully Herbig: Aus dem gleichen Grund habe ich eine Facebook-Seite. Es gab immer wieder Leute, die sich als Bully ausgegeben haben. Ich bin aber nicht aktiv dabei.

Was halten Sie von solchen sozialen Netzwerken?

Bully Herbig: Ich habe grundsätzlich nichts gegen Facebook. Aber dass das Freunde-Sammeln zu einer Art Sport geworden ist, finde ich etwas obszön.

Wie viele haben Sie?

Bully Herbig: Bei mir steht „Michael Bully Herbig – 0 Freunde“. Das finde ich schon wieder lustig. Was mich allgemein im Internet stört, ist die Tatsache, dass sich so viele hinter Nicknamen verstecken. Auf irgendetwas eindreschen mit geschlossenem Visier, das ist feige. Wenn du Kritik hast, wenn du Leute beleidigen willst, dann unter deinem richtigen Namen.

Kinostart

„Zettl“ startete am 2. Februar im Kino. Wieder mit dabei: die „Kir Royal“-Stars Senta Berger und Dieter Hildebrandt. Mehr Infos: www.fuersie.de/zettl

Zurück zur Realität, zu Ihren Erfolgen. Kennen Sie das Gefühl „Ich hab’s geschafft“?

Bully Herbig: Ich konzentriere mich auf das, was ich gerne mache. Aber das Gefühl „Ich hab’s geschafft“ ist nie da.

Karoline Herfurth: Dabei hast du doch so viel geschafft. Ich habe für mich aber auch nicht das Gefühl „Das war jetzt das große Ding“. Ich arbeite deshalb einfach weiter.

Bully Herbig: Ich bin ja auch älter. Karoline Herfurth: Stimmt. Bully Herbig: Übrigens möchte ich gar nicht unbedingt denken: „Jetzt habe ich es geschafft.“ Dann hätte ich ja keine Ziele und keine Träume mehr …

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