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Interview: Charly Hübner

Einen Haushalt kann der beliebte Schauspieler trotzdem schmeißen. Und was er macht, das macht er prinzipiell gut.

Charly Hübner Interview: Charly Hübner © Oliver Vaccaro / Kundschafter Filmproduktion GmbH

Charly Hübner - Steckbrief

  • Geboren als Carsten Johannes Marcus Hübner am 4. 12. 1972 in Neustrelitz, Mecklenburg-Vorpommern.
  • Karriere: Wollte Profisportler werden, musste sein Ziel aber wegen Herzrhythmusstörungen aufgeben. Durchbruch mit „Das Leben der Anderen“ (2006), Deutscher Comedypreis als Sketchpartner von Anke Engelke in „Ladykracher“ (2008). Als Rostocker „Polizeiruf 110“-Kommissar Bukow wurde er 2010 zur festen TV-Größe.
  • Privates: Seit 2012 ist er mit Schauspielkollegin Lina Beckmann verheiratet und Stiefvater von Karl (5). Das Paar ist am Deutschen Schauspielhaus Hamburg engagiert und steht aktuell in „Der Idiot“ gemeinsam auf der Bühne.

Bekannt ist er als Macho-Kommissar Sascha Bukow in „Polizeiruf 110“. Aber Charly Hübner (40) kann auch ganz anders: In der charmanten Kinokomödie „Eltern“ spielt er Hausmann Konrad, der nach Jahren wieder als Regisseur einsteigt. Seine Frau ist mit der neuen Arbeitsteilung überfordert, die Töchter sind sauer. Zeit für ein Gespräch aus dem wahren Familienleben.

Ihr Tipp für gestresste Eltern, Herr Hübner?

Alles, was wirklich wichtig ist, kommt auf den Tisch – und in den Kalender. Es mag simpel klingen, aber das sind zumindest die besten Voraussetzungen, um den Lebensalltag zu organisieren.

Charly Hübner

Ab 14.11.2013 im Kino "Eltern". 

Was halten Sie von Elternzeit für Väter? Gilt es immer noch als unmännlich, wenn Männer zu Hause bleiben?

No. Ich komme aus der DDR. Da war es völlig normal, dass Frauen arbeiten gehen. Deshalb habe ich die Gleichberechtigungsdebatte im Westen gar nicht verstanden. Das war für mich einfach nie ein Thema. Ich habe mir ein paar Monate freigenommen und nur vereinzelte Theatervorstellungen gespielt, um zu Hause zu sein. Und ich werde es immer wieder tun.

Haben Sie Erziehungsgrundsätze?

Laufen lassen – nur nicht auf die Straße (lacht). Ich mag den altmodischen Ausdruck „Schutzbefohlener“. Ein Kind ist mir zum Schutz befohlen, und ich verhalte mich entsprechend: Ich gehe immer einen halben Schritt hinterher und greife nur ein, wenn es sein muss. Einschränkungen sind ja immer Ausdruck von Ängsten. Aber Kinder haben gesunde Instinkte und sollen selbst ihre Erfahrungen machen. Ich hätte mir als Junge auch mehr Freiheit gewünscht, ich war ein Wildfang.

Kinder brauchen doch aber feste Strukturen, oder?

Ja, aber genauso brauchen sie Abwechslung und neue Impulse. Es gibt bei uns zum Beispiel keine Tischordnung. Wir sitzen einfach so, wie wir gerade sitzen. Mahlzeiten als solche sind wichtig, aber wer wo was isst, ist egal.

Was übernehmen Sie im Haushalt?

Da ich lange allein gelebt habe, bin ich es gewöhnt, alles selbst zu machen. Aber ich bin froh, wenn ich nicht staubsaugen muss! Ich bin ein sehr langer Mensch (1,92 Meter), der klassische Staubsauger ist etwas zu kurz für mich. Da kriege ich einen Bandscheibenvorfall (lacht). Dafür koche ich total gern.

Wird vieles einfacher, wenn man länger zusammen ist?

Das glaube ich nicht. Es gibt doch immer wieder neue Situationen, auf die man sich einstellen muss – da kann man noch so präzise planen. Alle Anforderungen möglichst harmonisch ins Gleichgewicht zu bringen – das ist für mich das Leben. Und ich bin erstaunt, wie leicht das gehen kann. Als ich meine Frau kennenlernte, hatte ich mir gerade eine Wohnung in Barcelona angesehen und wollte Deutschland eigentlich verlassen. Stattdessen bin ich zu ihr nach Bochum gezogen.

Sie haben Ihre Pläne einfach aufgegeben?

Na klar. Ich wollte mit ihr leben, deshalb habe ich das nicht als aufgeben empfunden. Paare, die mit 50 immer noch an Lebensplänen festhalten, die sie mit 30 gemacht haben, sind oft unglücklicher als solche, die auf alles Trara des Lebens zusammen reagieren. Man muss für alles offen bleiben.

Stehen Sie sich auch mal im Weg?

Ich kann schlecht lockerlassen. Weihnachten habe ich ein Rezept ausprobiert, so mit einlegen und Fisch backen. Das ist mir nicht gut gelungen, und damit kam ich nicht klar. Der Zug war natürlich abgefahren, aber ich habe noch ewig darüber nachgegrübelt, warum er abgefahren ist. Ich gebe erst Ruhe, wenn ich weiß, woran es lag.

Haben Sie’s herausgefunden?

Zum Glück ja: zu lange in Essig und zu wenig Ei an der Panade.

Worum sollte eine Frau einen Mann niemals bitten?

In meinem Fall ist die Frage nicht was, sondern wann! In der letzten Viertelstunde eines Fußballspiels bin ich nicht ansprechbar. Wenn’s um Fußball geht, bin ich typischer Macker (lacht). Oder wenn ich hoch konzentriert bin und unbedingt was zu Ende bringen will. Da geht’s dann gerade gar nicht.

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