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Interview mit Amanda Seyfried

Sie ist bildhübsch, glamourös – und macht sich nichts draus: Hollywoods Blondine Nr. 1 punktet mit klaren Worten. FÜR SIE traf die schöne Amanda Seyfried zum Gespräch.

Amanda Seyfried Interview mit Amanda Seyfried © Getty Images

Diese blauen Augen. Dieser Porzellanteint. Doch der äußere Eindruck täuscht: Amanda Seyfried (27) ist kein Püppchen. Hollywoods interessanteste Nachwuchs-Blondine ist bekannt dafür, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt. Dass sie auch singen kann, wissen wir seit „Mamma Mia!“. Fragte man damals nach ihrem Lieblingsmusical, antwortete sie stets: „Les Misérables“, nach dem Klassiker von Victor Hugo. Jetzt spielt sie in der Verfilmung des Bühnenhits – kurz: „Les Mises“ – die Ziehtochter des Helden Valjean (Hugh Jackman). 

Ich habe den halben Film über geheult …

Super, das ist ein Riesenkompliment.

„Les Mises“ ist schwerer Stoff, anders als Ihr Hit „Mamma Mia!“. Bringen Sie Ihr Publikum lieber zum Lachen oder zum Weinen? 

Beides. Denn beides ist befreiend. Hinterher ist man etwas erschöpft. Aber es setzt neue Energie frei, weil man Dampf abgelassen hat. 

Was haben Sie empfunden, als Sie den fertigen Film gesehen haben? 

Ich konnte ihn erst beim zweiten Mal richtig genießen. Vorher war ich zu sehr damit beschäftigt, mich und meine Leistung auseinanderzunehmen. Ich bin sehr selbstkritisch.

Was hatten Sie denn an sich auszusetzen? 

Eigentlich ist meine Stimme für die Rolle der Cosette nicht gut genug. Ich hatte Gesangsstunden, bis ich 17 war – und ich wünschte, ich wäre dabeigeblieben. Verflixte Faulheit! Ich bin nicht gerade diszipliniert.

Können Sie sich das in Ihrem Job leisten?

Ich lege mich nicht gern fest, denn ich langweile mich schnell. Insofern ist mein Job ideal: Ich komme herum und treffe ständig neue Leute. Aber für „Les Mises“ habe ich mich angestrengt. Ich liebe das Musical, ich hab’s mit elf zum  ersten Mal gesehen.

Aber das ist doch nichts für Elfjährige! Was hat Sie damals so beeindruckt? 

Der historische Hintergrund natürlich. Das Paris des 19. Jahrhunderts … Nein, Blödsinn. Die Romantik! Die Tragik! Unerfüllte Liebe! Das begreift auch eine Elfjährige. Ich war damals hoffnungslos in Leonardo DiCaprio verknallt. Die große Filmpremiere haben Sie dann sicher umso mehr genossen. Von wegen. Im Grunde werden wir Stars wie Vieh behandelt: Man steckt uns in dünne Kleidchen und treibt uns über den roten Teppich. Ich soll glamourös aussehen, aber meistens ist mir einfach nur kalt. Diese Auftritte sind auch bloß Schauspielerei.

Sie fühlen sich nicht glamourös? Dabei gelten Sie als neues It-Girl. 

Was soll das überhaupt bedeuten? So ein Quatsch! Das ist so ein Modewort, da steckt doch nichts dahinter. 

Aber was ist das Geheimnis Ihres Erfolgs?

Hübsche junge Blondinen gibt es viele. 

Was zeichnet Sie aus? 

Dass ich immer wieder etwas Neues ausprobiere. Und ich nehme mich nicht allzu wichtig. Meine Arbeit ist mir ernst, und ich versuche, kein dummes Zeug zu reden. Leute, die sich selbst ganz toll finden, sind doch eine Plage.

Wen finden Sie denn toll – außer Leo?

Hugh Jackman. Er ist völlig auf dem Teppich geblieben. Wo Hugh ist, herrscht gute Stimmung. Neulich habe ich ihn barfuß gesehen und dachte: Bitte lass ihn wenigstens hässliche Füße haben. Und was soll ich Ihnen sagen? Sogar seine Füße sind perfekt!

Dann hatten Sie bei aller Dramatik auch ein bisschen Spaß bei den Dreharbeiten? 

(Grinst.) Wir haben uns für unsere Filmfiguren, Cosette und Valjean, unsere eigene Geschichte ausgedacht. Darin kam, nun ja, viel Sex vor. Ich musste mich beim Dreh oft zusammenreißen, um nicht loszuprusten. Unser Regisseur Tom Hooper hat mit mir geschimpft, aber das war total unfair! Hugh hat Grimassen geschnitten.

Wer ist denn eigentlich privat am wichtigsten für Sie?

Finn, mein Hund. Wenn er sprechen könnte, wäre er der perfekte Mann! Manchmal liegen wir zusammen in seinem Körbchen – na ja, es ist eher ein Bett, er wiegt 50 Pfund. Neulich bin  ich neben ihm eingeschlafen, in Löffelchenstellung. Und als ich nachts irgendwann aufgewacht bin, hatte Finn sich in mein Bett geschlichen und dort breitgemacht. Da fühlte ich mich, als wäre ich sitzen gelassen worden (lacht).

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