Star-Talk Hugh Jackman im Interview

Hollywood-Star Hugh Jackman (43) fühlt sich verkannt: Er gilt als „Sexiest Man Alive“, dabei will er vor allem eins sein: ein toller Ehemann und Vater.

Hugh Jackmann Hugh Jackman im Interview © Gertty Images

FÜR SIE: Sie spielen in Ihrem neuen Film „Real Steel“ einen grimmigen Einzelgänger. Waren Sie selbst schon mal der Außenseiter?

Hugh Jackman: Schon oft. Zum ersten Mal, als meine Mutter uns verlassen hat: Ich war sieben und fühlte mich sehr verloren. Auch als ich in Sydney Journalismus studierte, gehörte ich nicht dazu. Ich kam von einer privilegierten Privatschule. Mein Vater war weiß Gott nicht reich, aber er investierte viel Geld in unsere Ausbildung. An der Uni hassten sie Schnösel wie mich. Auf der Schauspielschule war es genauso: Alle waren viel cooler als ich. Und ständig wurde mir eingeredet, dass man eine dunkle Seite haben oder verkorkst sein muss, um als Schauspieler überzeugen zu können.

Sie dagegen gelten als äußerst charmant. Warum sind Sie so nett?

Das macht mir selbst Sorgen (lacht). Ich bin sehr harmoniebedürftig und zugleich konfliktscheu. Ich möchte, dass alle nett zueinander sind und miteinander auskommen. Dabei halte ich Freundlichkeit nicht unbedingt für eine gute Charaktereigenschaft. Sie ist nur der bequemere Weg.

Sind Sie zu gut erzogen?

Damit hat es sicher zu tun. Höflichkeit war bei uns zu Hause oberstes Gebot. Ich habe meinen Vater nie ein böses Wort sagen hören – über niemanden, auch nicht über meine Mutter. Und er hat ja eigentlich recht: Man muss nicht die Ellenbogen ausfahren, um durchs Leben zu kommen. Trotzdem sollte man unangenehme Dinge ansprechen und sich auch mal streiten. Das fällt mir bis heute schwer.

Steckbrief

WO ER AUFWUCHS: In Sydney, mit vier Geschwistern. Der 1,89-Meter-Mann wurde früher allen Ernstes „Würmchen“ genannt, weil er so schmächtig war.

LIEBE UND LEBEN: Verliebte sich beim Dreh einer australischen TV-Serie in seine Frau Deborra-Lee Furness (56) und lebt heute mit ihr und den Adoptivkindern Oscar (11) und Ava (6) in New York.

SEINE KARRIERE: Seine Landsfrau Nicole Kidman vermittelte dem Australier einst einen Agenten in Hollywood. Kultstatus bekam er als Anti-Superheld Wolverine in „X-Men“ (2000), 2002 eine Golden-Globe-Nominierung als Herzog auf Zeitreise in „Kate & Leopold“. 2008 wurde er zum „Sexiest Man Alive“ gekürt (der Beweis: seine Oben-ohne-Szene im Kinoepos „Australia“). 2009 moderierte er die Oscar-Verleihung. 2012 hören wir den preisgekrönten Musical-Star in der „Les Misérables“-Verfilmung singen.

Sie machen sich also nie unbeliebt?

Oh doch, fragen Sie mal meine Kids! Wenn man als Vater darauf aus ist, geliebt und vergöttert zu werden, hat man ein Problem. Mein Job ist es, Nein zu sagen. Ich bin streng – aber immer noch viel nachgiebiger, als mein Vater damals mir gegenüber war.

Was sollen Ihre Kinder von Ihnen lernen?

Respekt. Darauf achte ich peinlich genau, denn leider lässt man bei meinen Kindern vieles durchgehen, bloß weil ich berühmt bin. Aber das Wichtigste ist, dass sie Selbstvertrauen entwickeln. Sie sollen sich stark fühlen und alles ausprobieren dürfen. Das ist meiner Meinung nach der einzige Weg, glücklich zu werden: Man muss seine Leidenschaft finden. Niemand kann nach dem Drehbuch eines anderen leben. Ich möchte meinen Kindern Mut machen, sie selbst zu sein.

Haben Oscar und Ava denn schon eine Idee, was sie werden wollen?

Oscar wird bestimmt ein großer Künstler. Er wusste schon als Dreijähriger, was Surrealismus ist. Ava will Rockstar werden, Küchenchefin und Dichterin. Alles drei zugleich! Ich habe zu ihr gesagt: Okay, eine Sterne-Köchin könnten wir in der Familie gebrauchen.

Dabei machen Sie doch so vorzügliche Crêpes Suzettes …

Ah, das hat sich also herumgesprochen. Ja, damit habe ich meine Frau Debbie damals herumgekriegt. Meine neue Spezialität sind Blaubeerpfannkuchen. Die gibt’s bei uns oft sonntags, wenn die Kids und ich das Frühstück machen – das ist unser Familienritual.

Gibt Oscar immer noch mit Ihnen an? Sie haben mal erzählt, dass er Mädchen gern mit „Hey, mein Dad ist Wolverine. Wollt ihr ein Autogramm?“ anspricht.

Das hat etwas nachgelassen. Ansonsten findet Oscar mich nämlich ganz schön peinlich. Dass ich tanze, geht gar nicht (Jackman ist Musical-Fan und kürzlich mit einer Solo-Show aufgetreten).Wenn er meine Frau ins Theater begleitet, schämt er sich immer in Grund und Boden. So was wie ich würde Wolverine nie tun!

Sie sind seit 15 Jahren verheiratet. Verraten Sie uns das Geheimnis einer glücklichen Ehe?

Man muss sich den richtigen Menschen aussuchen. Ich glaube wirklich, dass es so simpel ist. Ich war jung und unentschlossen, als ich Debbie traf. Aber ich wusste sofort: Sie ist es! Da müssen höhere Mächte im Spiel gewesen sein. Für unser Familienleben haben Debbie und ich zwei Regeln aufgestellt: Wir sind nie länger als zwei Wochen getrennt, und einer bleibt immer zu Hause bei den Kindern. Daran halten wir uns.

Gibt es eigentlich etwas, das Sie nie wieder über sich hören möchten?

Dass ich der „Sexiest Man Alive“ bin!

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Autor:
Ulrike Schröder