Jazz-Musikerin

Diana Krall im Interview

Wie ist eine Jazz-Göttin eigentlich so als Mama? Mag sie ihre Falten? Unverschämte Frage! Wir bekamen trotzdem ein paar Antworten

Diana Krall Diana Krall im Interview © Getty Images

Diana Krall, 47, hat gerade ein anstrengendes Fotoshooting hinter sich, als wir sie in einem Berliner Hotel zum Interview treffen. Doch die Kanadierin wirkt alles andere als erschöpft – sondern plaudert verblüffend fröhlich drauflos.

FÜR SIE: Mrs. Krall, für Ihre neue CD „Glad Rag Doll“ haben Sie Songs aus den 20ern und 30ern wiederbelebt. Wieso haben Sie sich für so etwas Altes entschieden?

Diana Krall: Weil ich mit dieser Musik aufgewachsen bin. Schon als Mädchen stöberte ich stundenlang in der Plattensammlung meines Vaters und entdeckte wahre Schätze. Die will ich nun mit meinem Album ein bisschen populärer machen.

Ihr Mann Elvis Costello ist auch Musiker – und hat Sie bei Ihrer neuen CD unterstützt. Sind Sie ein gutes Team?

Er spielte bei einigen Stücken Ukulele. Aber manchmal fiel es ihm schwer zu akzeptieren, dass ich im Studio der Boss war. Es gab Momente, wo wir uns richtig gestritten haben. Aber nur kurz. Denn eigentlich harmonieren wir sehr gut miteinander. Ich habe das Gefühl, mit Elvis an meiner Seite kann ich alles schaffen. Er ist für mich der wunderbarste Mann überhaupt.

Selbst nach neun Jahren Ehe?

Seitdem wir verheiratet sind, stehen wir uns noch näher als vorher. Auch unsere Zwillinge schweißen uns natürlich eng zusammen. Es gibt für mich nichts Schöneres, als Zeit mit meinem Mann und unseren Söhnen zu verbringen.

Karriere ist Ihnen also nicht mehr so wichtig?

Tatsächlich habe ich nach der Geburt von Dexter und Frank darüber nachgedacht, ein Jahr lang komplett aus meinem Job auszusteigen. Ich wollte ganz für die Babys da sein, das hielt ich für vernünftig. Bis ich merkte, wie viel ich aus meiner Musik ziehe. Sie macht mich glücklich – und davon profitieren letztlich auch unsere Söhne.

Wie kriegen Sie jetzt Beruf, Mann und Kinder unter einen Hut?

Es ist nicht immer leicht, das zu stemmen. Da muss ich mich gut organisieren. Bei jedem Angebot frage ich mich: Sollte ich das wirklich annehmen? Oder verzichte ich der Familie zuliebe? Ich bin für meine Jungs verantwortlich, deshalb achte ich auf ihre Bedürfnisse.

Wo sind sie, wenn Mama auf Tour geht?

Früher haben sie mich meist begleitet. Inzwischen gehen sie in den Kindergarten, was die Sache etwas komplizierter macht. Ich lasse sie häufiger daheim, bei meinem Mann und den Nannys. Nun suche ich eine Schule, die Verständnis für unsere Situation hat. Auch wenn Dexter und Frank mal mehrere Wochen am Stück fehlen. Ich möchte nicht ständig von ihnen getrennt sein. Zumal ich glaube, der intensive Kontakt zu mir und das Reisen sind für die beiden wertvoller als ein strikter Stundenplan.

Sie mögen keine Regeln?

Doch, ich lege durchaus Wert auf gute Manieren. Trotzdem bin ich nicht übertrieben streng. Ich möchte, dass sie ihre Persönlichkeit frei entfalten können.

Und führen Sie sie an Musik heran?

Das läuft bei uns auf freiwilliger Basis. Die beiden spielen mittlerweile Klavier, manchmal singen sie auch mit ihrem Vater. Aber völlig ohne Zwang.

Kinder fordern ja viel Aufmerksamkeit ein. Bleibt Ihnen noch Zeit für Zweisamkeit?

Tagsüber sind wir ganz Eltern. Am frühen Abend koche ich für alle, wir essen gemeinsam, die Zeit danach gehört dann Elvis und mir. Wenn wir mal ausgehen, sind wir so rechtzeitig zurück, dass wir den Jungs noch eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen können. Das ist aber kein Problem, weil sie erst recht spät ins Bett gehen.

Sie sind erst mit 42 Mutter geworden. Warum nicht schon früher?

Jeder versuchte mir einzureden, ein Kind würde nicht in meinen Terminkalender passen. Bis mich mein Freund und Mentor Elton John beiseitenahm. Er fragte: „Wünschst du dir ein Baby?“ Ich bejahte und wurde innerhalb eines Jahres tatsächlich schwanger. Das war für mich ein unvorstellbares Geschenk.

Sie sind 47. Fürchten Sie sich vor Falten?

Ich habe keine Angst vor dem Älterwerden. Schönheits-OPs sind nicht mein Ding. Ich strebe nicht nach ewiger Jugend. Nur um meine Gesundheit sorge ich mich. Meine Mutter ist an Krebs gestorben, deshalb lasse ich mich alle sechs Monate checken. Denn ich will so lange wie möglich für meine Söhne da sein.

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