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Interview: Barbara Streisand

Nach langer Pause ist der Superstar endlich wieder auf der Leinwand zu sehen. Hier spricht Barbara Streisand über ihr Leben jenseits des Rampenlichts.

barbara-streisand Interview: Barbara Streisand © Getty Images

Diese Charakternase! Dieser Silberblick! Einfach unverkennbar. Barbra Streisand sitzt im „Four Seasons Hotel“ in Beverly Hills – und sieht einfach toll aus. Das schwarze Top rutscht ihr lässig über eine Schulter, sie trägt eine enge schwarze Hose und flache Stiefel von Stuart Weitzman, die übers Knie gehen. Ihre Haare sind glatt geföhnt und elegant. Kaum zu glauben, dass sie 70 Jahre alt ist. Was für eine Frau!

Barbra, Sie haben länger keinen Film mehr gedreht. Was hat Sie von Ihrem neuen Projekt „Unterwegs mit Mum“ überzeugt?

Mein Sohn Jason (lacht). Er riet mir, dass ich die Rolle annehmen soll. Dann sagte ein Bekannter: „Du bist Schauspielerin. Nutze endlich mal wieder deine Gabe.“ Da war mir klar: Ich drehe.

Im Film geht es darum, dass Mutter und Sohn ihre frühere Vertrautheit zueinander neu finden. Hatten Sie solche Momente auch mit Ihrem eigenen Sohn?

Jason und ich haben schon viel gemeinsam durchgemacht. Er war rebellisch und ich die Mutter, die statt Plätzchen zu backen viel gearbeitet hat. Natürlich hatte ich damals Schuldgefühle. Ich erklärte ihm, dass er meine Arbeitswut eines Tages verstehen wird. Ich glaube, das war sehr hart für ihn.

Und jetzt versteht er Sie?

Ja, jetzt versteht er mich. Jason ist heute sehr professionell und diszipliniert. Er ist jetzt selbst Künstler, ein talentierter Sänger, Musiker und Komponist. Ich bin sehr stolz auf ihn.

War es für Sie als Mutter damals schwer zu akzeptieren, dass er erwachsen wird?

Ich erinnere mich da an ein Erlebnis: Als mein Sohn mit Freunden durch Europa reiste, besuchte ich ihn in Rom. Er war so froh, als er mich sah, und legte seinen Kopf in meinen Schoß. In diesem Moment spürte ich so eine große Liebe zu ihm, dass es fast wehtat. Mich überkam die Angst, ihn zu verlieren. Ich wollte ihn nicht mehr loslassen. Liebe kann einem manchmal ganz schön Angst einjagen … Ja, die Angst, diese Liebe zu verlieren. Vielleicht fühlte ich so, weil mein Vater gestorben ist, als ich noch ein Baby war. Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass ich es liebe, jemanden zu lieben. Sie sind glücklich verheiratet mit dem Schauspieler James Brolin.

Viele Frauen suchen noch den richtigen Partner. Was raten Sie ihnen? Online-Dating?

Oh Gott, auf keinen Fall! Die Liebe kommt, wenn man nicht nach ihr sucht und sie am wenigsten erwartet.

Also haben Sie nicht nach ihr gesucht?

Nein, ganz im Gegenteil. Meine Freunde arrangierten ein Blind Date für James und mich. Ich wusste nur, dass er braune lockige Haare und einen Bart hat. Als ich bei meinen Freunden ankam, sah ich einen Mann mit kahl geschorenem Kopf und Stoppeln. Das Erste, was ich zu ihm sagte, war: „Wer hat deine Haare ruiniert?“ Wir verstanden uns auf Anhieb, redeten über Architektur und Beziehungen.

Mit Ihrem Mann unternehmen Sie auch gern Ausflüge. Er fährt, und Sie singen?

Nein! Ich singe nie in Autos … (lacht).

Wieso nicht?

Ich singe nur dann, wenn ich singen muss. Ich liebe es, im Aufnahmestudio zu singen, aber öffentliche Auftritte sind hart für mich. Da muss ich mich schminken und tolle Sachen anziehen – das ist nicht so mein Ding. Deshalb mag ich es so, hinter der Kamera zu stehen. Das ist viel privater.

Sind Sie denn immer noch nervös, wenn Sie auf die Bühne gehen?

Ja, das bin ich – aber nicht mehr ganz so schlimm wie früher. Bei meinen letzten Konzerten war ich viel ruhiger. Ich war sehr dankbar, dass meine Fans mich noch hören wollen.

Sie waren sehr jung, als Sie ins Film-Business einstiegen. Würden Sie heute etwas anders machen?

(Überlegt.) Ich glaube, ich würde mehr Rollen annehmen. Ich habe viele Rollen abgelehnt, die Jane Fonda berühmt machten. Aber die Wahrheit ist, dass ich nicht gern arbeite. Ich bin lieber zu Hause, genieße die Ruhe.

Sie haben eine tolle Karriere, waren immer im Scheinwerferlicht, sind aber nie abgestürzt. Viele Jung-Schauspielerinnen schaffen das heute nicht. Ihr Geheimrezept?

Ich habe den Markt nie mit mir überladen, mich immer wieder zurückgezogen. Mal einen Film hier gedreht, mal ein Konzert dort gegeben. Vielleicht lief es bei mir deshalb anders.

Steckbrief

  • Geboren: am 24. April 1942 in Brooklyn, New York.
  • Karriere: Die ausgebildeteMusical-Darstellerin wurdeals Schauspielerin und Sängerin weltberühmt. Sie gewann zweimal den Oscar (1969 als beste Hauptdarstellerin in „Funny Girl“, 1977 für den besten Filmsong „A Star Is Born“). Sie führte bei mehreren Filmen Regie, etwa bei „Yentl“ (1983). Als Sängerin verkaufte sie über 140 Millionen Alben.
  • Familie: Von 1963 bis 1971 war Streisand mit dem Schauspieler Elliott Gould verheiratet, mit dem sie Sohn Jason (46) hat. 1998 heiratete sie den Schauspieler James Brolin (72).

Hier finden Sie den Trailer "Unterwegs mit Mum">>

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