Reise-Tipp Wasser und Spiele

Jedes Jahr, wenn in Bregenz am Bodensee die Festspielsaison beginnt, gehen Natur und Kultur eine spektakuläre Verbindung ein

Wasser und Spiele © Klaus Heidemann - Fotolia

Sie sind insgeheim Schweizer, die Vorarlberger. Man sieht es an ihrer Akkuratesse, man hört es an den Rachenlauten ihrer eigenartigen Mundart, und einmal, 1919, nach dem Untergang der k. u. k. Donaumonarchie, wurde es aller Welt offenbar, als 80 Prozent der Vorarlberger in einer Volksabstimmung dafür votierten, ein Kanton der Schweiz zu werden.

Aber die Schweiz tut sich schwer mit Einbürgerungen, die Eidgenossen lehnten den Antrag ab, und so entging der Schweiz eines der schönsten Opernspektakel der Welt: die Bregenzer Festspiele. Das konnten die Schweizer damals nicht ahnen, denn das Festival wurde erst 1946 erfunden. Zwei Kieskähne auf dem Bodensee machten den Anfang. Mit etwas Fantasie ließen sie sich in eine Opernbühne verwandeln. Mozarts Jugendwerk „Bastien und Bastienne“ wurde aufgeführt.

Die Wiener Symphoniker waren das Festspielorchester, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Bregenzer Festspiele starteten mit Operettenseligkeit und Gastspielen des Burgtheaters unter freiem Himmel. Eine Bühneninsel wurde gebaut, und 1980 ein Festspiel- und Kongresshaus, danach fanden die Festspiele ihre heutige Form. Fortan wurde jede Inszenierung zwei Sommer lang gespielt. Im Jahr 2009 wird „Aida“ aufgeführt.

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Autor:
Emanuel Eckardt