Auszeit

Urlaub im Kloster

Eine oder zwei Wochen Auszeit nehmen vom hier und jetzt, von Termindruck und vom nahenden Burnout: Urlaub im Kloster ist jetzt Trend.

Kloster Weltenburg Urlaub im Kloster © Tourismusverband Kelheim

Mehr als 30 Klöster, Abteien und Begegnungsstätten bieten in Oberösterreich und Niederbayern heute Interessierten Entstressen auf Zeit. Benediktiner, Zisterzienser, Prämonstratenser und Franziskaner lassen zunehmend Außenstehende teilhaben an ihrer Art die Welt zu sehen, zu denken und inneren Frieden zu finden.

Klöster in dieser Region haben in den letzten Jahrhunderten viele Stürme der Zeit überdauert: Vom frühen Mittelalter bis zum prachtvollen Barock und Rokoko haben sich hinter Klostermauern architektonische Kostbarkeiten erhalten. Heute sind es Inseln der Ruhe, in deren Innern weit weg von Smartphone, Notebook und Handy immer mehr Menschen im Urlaub neuen Sinn für ihr Leben entdecken - als echte Alternative zum klassischen Urlaub am Meer oder in den Bergen.

Traditionelle Klostermedizin gegen viele Gesundheitsprobleme

Ein Gewinn für den Geist, vor allem aber auch eine Alternative zur High-Tech-Medizin unserer Zeit bieten die Klöster Oberösterreichs. Im bezaubernden Kneipp-Kurort Bad Kreuzen beispielsweise hat vor wenigen Wochen das 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin (TEM) seine Tore geöffnet. In diesem ersten Zentrum der Klosterheilkunde, einer  sonnigen Oase inmitten der beeindruckenden Hügellandschaft des unteren Mühlviertels, wird der Gast auf neue - und doch alte - Wege geführt, um gesund zu bleiben oder gesund zu werden: mit der Kraft heimischer Heilkräuter, mit im Laufe der Zeit entwickelten und perfektionierten sinnvollen Therapie-Ritualen, mit individuell abgestimmten Wickeln, Massagen, Düften und Speisen.

Hochgeistiger Genuss inklusive

Auch wenn der Urlaub im Kloster von innerer Einkehr geprägt sein sollte: Der Genuss und das leibliche Wohl ist den Mönchen und Nonnen nicht fremd. Exzellente Gasthäuser sind meist ebenso Bestandteil der Urlaubsklöster wie die Kirche und oft sind kulinarische Überraschungen Teil der Pauschalangebote: wie etwa bei den Benediktinerinnen in der niederbayerischen Abtei Tettenweis. Seit sie die Hostienbäckerei einstellen mussten, produzieren die Nonnen Nudelspezialitäten nach italienischer Art, die es sonst nirgends gibt, von Curry-Nudeln bis zu Nudeln mit Kräuter- und Basilikumgeschmack.

Im Kloster Niederalteich werden unter großer Geheimhaltung zwölf verschiedene Klosterliköre gebraut: vom Altaicher Klostertrunk bis hin zum Apfel-Zimt-Likör. Bewusstsein erweiternde Elixiere, die man mit gutem Gewissen genießen kann, sind  Klosterliköre allemal, gelten sie doch bis heute als heilende Arzneien und beflügelnde Klostermedizin.

Liebhaber hochprozentiger Spezialitäten reisen oft viele 100 Kilometer um sich beispielsweise im oberösterreichischen Stift Engelszell, wenige Kilometer östlich von Passau, mit den Spezialitäten aus dem Alchemielabor der dort lebenden Mönche einzudecken: zum Beispiel mit Trappistenmet (Honiglikör) aus der Klosterproduktion. Seit kurzer Zeit wird dort auch Trappistenbier mit dem Namen "Gregorius" gebraut, unter Kennern eine ganz besondere Spezialität mit rekordverdächtigen 9,7 Prozent Alkoholgehalt. Der Wermutstropfen: Oft ist es ganz schnell ausverkauft. Wer es alkoholfrei liebt, kann im Stift Engelszell alternativ zum "Cella Angelorum Bio-Honig", zum Honigessig oder zum Trappistenkäse greifen.

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