Reise-Tipp Ein Apfel namens Jesus

Versteckte Dörfer, Eis mit Olivenöl, Äpfel, die Jesus Christus heißen. Sie staunen? In der Toskana erwarten Sie noch mehr Überraschungen

Ein Apfel namens Jesus

Der Tabakanbau hat in der Region viele Obstbäume verdrängt. Obstarchäologin Isabella Dalla Ragione baut deshalb bewusst alte Fruchtsorten an. Mehr als 400 wachsen bei ihr, darunter Äpfel mit dem Namen „Eselshintern“ oder „Jesus Christus“, Birnen, Feigen, Pflaumen. Zu ihrem „Garten der vergessenen Bäume“ gehört ein Ferienhaus, Tagesausflügler dürfen durch die hügeligen Anlagen wandern. Ihr Landgut sei „eine Sammlung von alten Gerüchen, Geschmäckern und Geschichten“, wie sie betont – die Bäume flüstern unter www.archeologiaarborea.org.

Florenz groß in Mode

Florenz die neue Modehauptstadt Italiens? Linda Loppa krempelt seit drei Jahren die staatliche Modeschule Polimoda um: „Hier entstehen überall neue Kunstgalerien und Boutiquen“, freut sich die Designerin, „die Stadt blüht!“ Als Heimat von Marken wie Gucci oder Patrizia Pepe konkurriert Florenz schon länger mit Mailand um die Modekrone, nun eröffnet auch Roberto Cavalli hier das Design-Café „Giacosa“ (Via della Spada 10). Loppas Lieblingsläden: „Guya“ (Via Por Santa Maria 76) und „Luisa Via Roma“ (Via Roma 19/21). Die Polimoda veranstaltet vom 10. bis 20. Juni eine eigene Modewoche: www.polimoda.com.

Wein, Wurst und Gesang

In Panzano, mitten im Chianti, hat der ungewöhnlichste Metzger der Toskana seinen Laden: Dario Cecchini rezitiert Dantes „Göttliche Komödie“ und spielt Opernarien auf seiner Stereoanlage, während er seine Messer wetzt. Bei Feinschmeckern ist er auch außerhalb der Toskana bekannt, weil seine Fenchelsalami, seine Lammwürste mit Thymian und seine saftigen Rinderfilets nach florentinischer Art so lecker sind – und weil seine Metzgerei spannender ist als eine Theaterbühne. Jedem Kunden reicht der Chef erst mal ein Glas Rotwein und Brotscheiben mit hausgemachter Schweinskopfsülze, dazu singt er „O sole mio“. Erst nach Brot und Wein geht’s um die Wurst (Via XX Luglio 11, Tel. 00 39/0 55/85 20 20). 

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Inka Schmeling