Reise-Tipp Sightseeing in Lissabon

Shops und Clubs wie in New York, karibische Strände, urige Fado-Bars: Lissabons schillernder Mix aus Nostalgie und Trends, Kultur und Natur erobert unterschiedlichste Herzen – wie die unserer Autorin und ihrer Teenager-Tochter.

Lissabon Sightseeing in Lissabon © Thinkstock

Ein steinernes Schiff ist am Tejo gestrandet: Das Denkmal der portugiesischen Seefahrer ragt im Prachtviertel Belém auf, knapp zehn Kilometer von Lissabons Zentrum entfernt. Wir sitzen im Schatten des Monuments, auf der niedrigen Kaimauer der Flusspromenade, nippen aus Kaffeebechern, knabbern Weintrauben und beobachten winzige Fische, die im glasklaren Flusswasser hin und her schießen. Am gegenüberliegenden Ufer breitet ein blütenweißer Jesus die Arme aus. Die gigantische Statue hat uns schon einige Male davor bewahrt, vom rechten Weg abzukommen: Unvermutet ragt sie über dem Gassengewirr der Altstadt auf und erleichtert uns die Orientierung.

Fünf Tage lang wollen meine 16-jährige Tochter und ich Portugals Metropole erkunden, zwei liegen hinter uns. Wir lassen uns treiben, folgen im Stadtteil Baixa den Duftfahnen in Puddingtörtchen-Paradiese, fragen im hügeligen Chiado cool gestylte junge Frauen nach ihrem Lieblingsladen, steigen in Busse und Straßenbahnen, sobald die Füße wehtun oder weil wir ein Abenteuer erleben wollen: Zahnradkabinen wie in den Alpen kriechen Steilhänge hinauf. Und in der Alfama und in Graça, den ältesten Vierteln, schiebt sich die Tram-Linie 28 durch die Gassen, rechts und links oft kaum eine Handbreit von Hauswänden und Fenstern entfernt.

Spontan beenden wir unsere Stadtrundfahrten in den öffentlichen Verkehrsmitteln, weil ein Platz besonders einladend aussieht, weil eine Fassade bunt leuchtet, meine Tochter ein Kleid in einem Schaufenster „echt abgedreht“ findet oder weil ein grüner Fleck auf dem Stadtplan ein luftiges Plätzchen für eine Siesta verspricht, wie Belém. Beschaulich gibt sich die quirlige Metropole hier. Vögel zwitschern, eine Fähre tuckert vorüber, kleine Wellen schnappen nach unseren Schuhen. Die Luft riecht nach Salz, der Atlantik liegt nur eine Flussbiegung entfernt.

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Petra Mikutta