Reise: Italien/Schweiz Relaxen am Lago Maggiore

Palmen, südliches Flair, imposante Gipfel: Das Tessin überrascht mit einem Hauch Exotik und relaxter Lebensart

Relaxen am Lago Maggiore © Claudio Arnese - iStockphoto

Manchmal, wenn Ottavio Palmieri morgens um kurz nach halb sieben seine Netze einholt, gehört ihm der Lago Maggiore ganz allein. Keine Segelschiffe, keine Motorboote, keine Luxusyachten von Locarno bis Arona. Mehr als 200 Quadratkilometer spiegelglatte Einsamkeit, auf der allein sein winziges Fischerboot Wellen schlägt.
Nur eine Schar Möwen flattert um das Schiffchen. Sie sind immer da, wenn Palmieri auf dem See ist. „Meine guten Freunde“ nennt er sie und wirft ihnen hin und wieder Felchen, kleine silberne Fische, vor die Schnäbel. „Wenn du allein bist, hast du doch immer einen Kreis Vögel um dich.“ Wäre nicht das Kreischen der Möwen und das Zappeln der Fische in der Plastikbox, hier draußen könnte ein Ort kristallklarer Stille sein. Doch dann, nachdem er das letzte Netz ins Boot gezogen hat, breitet Palmieri die Arme aus und fängt an zu singen. Mit bebendem Tenor trägt er Francesco Paolo Tostis Lied vom singenden Fischer vor: „E il pescatore canta: Amore, amore, m’hai preso il cuore e non ti vuoi fermare!“ (Und der Fischer singt: Oh Liebe, Liebe! Du hast mir das Herz geraubt, doch willst du nicht bleiben!) Als seien der See seine Bühne und die Berge ringsum sein Publikum.

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Autor:
Winfried Schumacher