Der Beat von Bahia Reisetipp: Unterwegs in Brasilien

Eine ganze Stadt trommelt und tanzt sich in Ekstase. Bahia da Salvador ist Brasiliens Hochburg schwarzer Kultur.

Bahia Reisetipp: Unterwegs in Brasilien © iStockphoto

Axé nennt man sie: die Energie, die hilft, nie aufzugeben. Die auch jeder Fremde sofort spürt, ohne genau zu wissen, was er da fühlt. Ohne die es Salvador da Bahia so, wie es ist, gar nicht gäbe. Aber das ist nur eine Vermutung der Einheimischen. Tatsache ist: Die Drei-Millionen-Metropole an der Allerheiligenbucht im Nordosten Brasiliens ist die schwärzeste Stadt im Land. 80 Prozent der Einwohner haben afrikanische Vorfahren. Mehr als vier Millionen Afrikaner sollen hierher verschleppt worden sein, die letzten vor rund 120 Jahren. Sie kamen, als menschliche Fracht in Schiffsbäuche gepfercht, aus dem heutigen Angola und Nigeria, aus Benin und Mosambik. Wurden auf Märkten verkauft und pflanzten im unerbittlich feucht-heißen Klima Kakao und Zuckerrohr, damit die portugiesischen Großgrund besitzer reich wurden. Die meisten Sklaven hielten den mörderischen Arbeitsalltag nicht länger als ein paar Jahre durch.

Was die Überlebenden von ihrer Kultur retteten, zieht heute jedes Jahr Millionen fremde Besucher an, besonders im Februar zum Karneval, denn Salvador ist die Hochburg der brasilianischen Fastnachtstage. Die Stadt schwingt dann im Rhythmus von Trommeln – Symbole schwarzer Identität. Selbst Politiker bekennen sich mittlerweile offen zu den Ritualen der afro-brasilianischen Religion Candomblé. Die Mischung aus afrikanischer und südamerikanischer Küche gehört zur besten des Landes. Und dann ist da noch Axé. Axé lässt sich nicht erklären. Nur erleben.

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Autor:
Christine Wollowski