Reisetipp

Das perfekte Wochenende im Wallis

Sie sind nur 48 Stunden im Wallis? Dies sind unsere Tipps für zwei echte Genießertage. Vom Frühstück mit Panoramablick bis zur poetischen Begegnung.

Grüne Berglandschaft im Wallis mit Almen und Gipfeln Das perfekte Wochenende im Wallis © Walter Schmitz

Wo Gletscherwasser prickelt

Hotel The Capra

The Capra

Doppelzimmer? Nein, Privat-Suite! Im Hotel „The Capra“ fühlt man sich vom ersten Moment an wie in einem zweiten Zuhause. Die noch ganz junge Geschichte des Boutiquehotels „The Capra“ ist sehr eng verbunden mit der Karriere von Eckart Pfannkuchen. Er mag Walliser Roggenbrot und Saaser Gletscherwasser, hat aber als viel gereister Hotelfachmann schon im „Kempinski“ in Berlin, im Oman und in Vietnam ganz andere Erfahrungen gesammelt. Im Sommer 2014 kam das Angebot, ein neues Hotel in Saas Fee mitzuentwickeln, eine Mischung aus cool und gemütlich, eine Symbiose aus Großstadtklub und Chalet. Die Chance also, all die Eindrücke aus aller Welt zu vereinen. Für ein Hotel, das für Gäste „während des Urlaubs zu einem zweiten Zuhause wird“. Im Dezember 2014 war es so weit: „The Capra“ wird im einsamen Bergdorf Saas Fee eröffnet. Alle 14 Suiten haben eine herrliche Aussicht auf die Gipfel und verfügen über ein separates Wohn- und Schlafzimmer mit WLAN und Bluetooth-Unterhaltungssystem.

Im gemütlichen Restaurant „La Locanda“ bereitet Küchenchef Oliver Glowig lokale Produkte zu unkomplizierten, aber beeindruckenden Gerichten wie Zitronen-Risotto mit Austern oder hausgemachte Pasta mit Lammfleischbällchen und Paprikacreme zu. Dasselbe Motto gilt im Spa: unkompliziert und dennoch beeindruckend. Das Designteam von Klafs hat eine Oase der Entspannung und Regeneration kreiert, ideal nach einem aktiven und anstrengenden Tag in den Bergen. Und neben Saaser Gletscherwasser gibt es im „Capra“ natürlich auch Walliser Roggenbrot. Beispielsweise zum Frühstück. „Das Frühstücksbüfett “, schwärmen erste Gäste, „lässt absolut keine Wünsche offen.“ www.capra.ch

Sonne, bitte!

Da lohnt sich das frühe Aufstehen: Der Sonnenaufgang auf dem Mont Rouge ist eines der beeindruckendsten Naturereignisse im Wallis. Von Veysonnaz aus geht’s noch im Dunkeln mit der Gondelbahn zur Bergstation und weiter zu Fuß bis zum Gipfel. Ein Farbschauspiel auf riesiger Naturbühne, an dem man sich kaum sattsehen kann. Ist auch nicht nötig: Schließlich gehört ein zünftiges Bauernfrühstück zu diesem besonderen Ausflug. www.veysonnaz.ch

Palast der Poesie

Seine letzten Jahre verbrachte der Dichter Rainer Maria Rilke in Sierre. Die nach ihm benannte Stiftung in einem sehenswerten Patrizierhaus aus dem 18. Jahrhundert beherbergt Briefe, Manuskripte, Fotos und Zeichnungen aus dieser Lebensphase. www.fondationrilke.ch

Sions Sitten

Zwei Burgen, zwei Sprachen, zwei Seelen: In der Kantonshauptstadt Sion (deutsch: Sitten) gibt’s alles im Doppelpack. Grund genug, einen zweiten Blick auf die eigenwillige Schöne von der Rhone zu werfen. Herz der Stadt ist die Rue du Grand-Pont, wo der alte Getreidemarkt mit seinen Arkaden lockt, tags Flaneure und abends Nachtschwärmer anzieht. Die steile Rue des Châteaux führt mitten aus der Altstadt zu den Schlosshügeln, ein Anstieg, der sich lohnt: Auf Schloss Valeria wird die Geschichte des Wallis dokumentiert, besonders sehenswert sind die Sakristeitruhen. Die Ruine von Schloss Tourbillon erinnert ans 13. Jahrhundert, als die Bischöfe von Savoyen hier ihren Hauptsitz hatten.

Aussicht wie gemalt

Crans-Montana

Crans-Montana

Crans-Montana, beliebt bei Wintersportlern und Golfern, steht seit Kurzem auch bei Kunstfreunden hoch im Kurs: dank der Fondation Pierre Arnaud. Crans-Montana thront auf einem Plateau hoch über dem Rhonetal. Ein Logenplatz in Südlage, die den Gästen sonnige Aussichten auf die Bergriesen verschafft – vom Matterhorn bis zum Montblanc. Mit 140 Kilometer Abfahrtspisten und mehr als zwei Dutzend Liften zählt Crans-Montana zu den größeren Skigebieten der Schweiz. Und ist trotzdem kein Ort für jene Massen, die das allabendliche Remmidemmi suchen. Das gehobene Publikum mag es dezenter. Im Sommer schwingt man gern den Golfschläger auf zwei Plätzen, entworfen von Ex-Weltklasse- Golfspielern.

Zu den Stammgästen in Crans-Montana gehörte der französische Industrielle Pierre Arnaud. Als er 1996 starb, hinterließ er eine beträchtliche Sammlung Schweizer Malerei, vor allem mit Werken aus der Zeit zwischen 1850 und 1950. Tochter und Schwiegersohn gründeten 2007 eine Stiftung und beauftragten den Architekten Jean-Pierre Emery mit dem Bau eines Kunstzentrums. Im Dezember 2013 wurde es im benachbarten Lens eröffnet – ein spektakuläres Gebäude mit einer Glasfassade, in der sich der Lac du Louché und die Walliser Bergwelt spiegeln. Neben der Stammsammlung zeigt das Haus wechselnde Ausstellungen, die jeweils eine Richtung der Malerei als Schwerpunkt haben. Doch nicht nur die Kunst lohnt den Besuch: Das Restaurant „L’Indigo“ serviert neben raffinierten Menüs beste Walliser Weine und bietet – wie sollte es hier anders sein – eine grandiose Aussicht. www.fondationpierrearnaud.ch

Blühende Berge

Viertausend Pflanzenarten zwischen den Viertausendern: Das ist der Botanische Alpengarten „Flore-Alpe“ in Champex-Lac. Die Wege schlängeln sich um zauberhafte Weiher herum und über von Brücken überspannte Bächlein, das Panorama ist nicht minder spektakulär: der Lac de Champex und die Gipfel des Combin-Massivs. www.flore-alpe.ch

Kreative Küche

Restaurants in Bahnhofshotels sind in der Regel kein Ort für kulinarische Höhenflüge. Ausnahme: Didier de Courtens Gourmet-Restaurant im Hotel „Terminus“ in der Kleinstadt Sierre (15 500 Einwohner). Für die originellen, geschmacksintensiven Kreationen mit vielen regionalen Anleihen wird er von Gourmetfibeln gefeiert. www.hotel-terminus.ch

Wohliges Wasser

Der perfekte Wochenendabschluss? Ein Besuch im neuen Aqua-Allalin! Die Bade- und Wellnesswelt in Saas-Fee bietet viele Saunen, Whirlpools und Becken, die in die Feenschlucht zu ragen scheinen. www.youthhostel.ch/de/aqua-allalin

 
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