Reisetipp Potsdam ist dufte!

Zwei Tage fühlen sich hier an wie ein langer Urlaub. Die kleine Hauptstadt neben der großen Metropole Berlin macht in kurzer Zeit sehr glücklich, fand unsere Autorin Katja Trippel.

Schloß Sanssousi in Potsdam Potsdam ist dufte! © istockphoto

Cafétische drängen sich an der Stadtmauer, auf dem Platz davor haben Brandenburger Bauern ihre Stände aufgebaut. Wir sitzen auf dem Wochenmarkt am Nauener Tor und genießen unseren Frühstückskaffee. In nur 42 Minuten hat mich die S-Bahn an diesem Samstagmorgen von Berlin Hauptbahnhof nach Potsdam zu meiner Freundin Katja gebracht. Sie ist eine echte Einheimische. Zwölf Jahre ist es her, dass wir in Potsdam gemeinsam für unsere Diplomarbeiten recherchiert haben, und heute kann ich nur staunen, wie sehr sich die Innenstadt gewandelt hat.

Damals umstellten drei verfallene Tore ein total abgewracktes Stadtzentrum. Heute sind Nauener Tor, Brandenburger Tor und Jägertor prachtvoll saniert, schmucke Barockfassaden lassen in den Sträßchen dazwischen das Flair der alten Garnisonsstadt auferstehen. Wir schlendern durch die Gassen, überall locken kleine Lädchen, und schwupps hat mich Katja durch ein Holztor in einen der typisch Potsdamer Hinterhöfe bugsiert.

Wein rankt am Fachwerk

Den Boden zieren brötchengroße Pflastersteine aus Kaiserzeiten. Überall entdecken wir hinreißende Dinge: Röcke aus blumiger Seide, Jugendstil-Weingläser, Stoff-Geschenkbänder, Designerhüte, Öko-Jeans. Und zur Stärkung „Lekker Snoepjes“ aus der gleichnamigen Pralinenmanufaktur im Holländerviertel. Vor ihrem Laden „Feuer und Flamme“ dekoriert Iris Soike Kerzen, Laternen und Feuerschalen. Mit Kunsthandwerkern aus der Nachbarschaft organisiert sie jeweils im Mai und Oktober die „Potsdamer Antik-Meile“, so erfahren wir im Gespräch, und ich nehme mir fest vor, dann wiederzukommen.

Unser Tages-Highlight ist in einem weiteren Hinterhof versteckt: die Atelier-Remise der polnisch-indischen Künstlerin Gosha. Die Frau mit den langen schwarzen Haaren malt, zeichnet, druckt oder töpfert, je nach Inspiration; in ihrem Gärtchen duften asiatische Kräuter so intensiv, dass wir uns liebend gern auf eine Tasse Tee einladen lassen. Wie zauberhaft die Gläser leuchten, die sie von Hand bemalt und um die sich Sammler und Stylisten aus aller Welt inzwischen reißen.

Abends bei köstlichen Tapas im „Mea Culpa“ ist selbst Katja überrascht über das viele Neue in der Stadt. „Potsdam war schon immer ein Anziehungspunkt für Kreative“, sagt sie. „Aber dass sie inzwischen davon leben können, haben wir dem Promi-Hype zu verdanken!“ Tatsächlich haben sich im Gefolge der Joops, Jauchs und Auermanns allerlei Medienpromis und andere Gutbetuchte angesiedelt. „Deren hohe Ansprüche kommen uns heute gerade recht“, sagt Katja.

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Katja Trippel