Reisetipp Island: Land der Felsen

In 40 Grad warmem Wasser in der Blauen Lagune abtauchen – da denkt man eher an die Südsee und nicht an einen Pool in der Nähe des Polarkreises. Neugierig geworden? Dann entdecken Sie mit unserer Autorin Monika Dittombée das Land aus Feuer und Eis. Sie selbst ist Island und ihren zauberhaften Bewohnern längst verfallen.

Island Island: Land der Felsen © iStockphoto

Es begann harmlos. Der Himmel schillerte silberblau, kleine Wolkenfetzen zogen eilig vorbei, als ich in Reykjavík in mein Auto stieg, um einen Vulkan zu finden. Nur 230 Kilometer den Ozean entlang bis zur Halbinsel Snæfellsnes. Aber dann: Je näher ich dem Berg kam, desto dunkler türmten sich die Wolken zu schwarzgrauen Ungetümen auf. Nur mit Mühe fand ich bei Ólavsvík den Weg zum 1446-Meter-Gipfel des Snæfellsjökull: einen Schotterpfad mit eimergroßen Schlaglöchern.

Zäher Nebel machte es unmöglich, weiter als einen Meter zu sehen. Wo eben noch eine kegelförmige Spitze ragte, verschwand sie Sekunden später, in zähe Schleier eingewickelt. Ich tappte zu Fuß weiter und hätte es geschafft, wenn nicht ... ja, wenn nicht dieses mulmige Gefühl gewesen wäre. Dieser dunkle Schatten da vorn: ein Fels? Ein Wesen? Dazu diese Windgeräusche, ein hohles Pfeifen in der Nebelwand. Mein Herzklopfen befahl mir: „Lauf weg! Schnell!“ Ich gab auf, rannte zum Auto, verriegelte die Türen von innen.

Bergab wurde es, wie zum Hohn, mit jedem Meter heller. Unten wartete die reine Idylle, stahlblauer Himmel, saftige Wiesen, grasende Pferde. Was sollte dieses Versteckspiel? Esoteriker aus aller Welt verehren den Snæfellsjökull als spirituelles Kraftzentrum. Jules Verne ließ in seinem Krater die „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ beginnen. Ruhm klebt an ihm wie die tiefschwarze Lava seines letzten Ausbruchs vor etwa 1800 Jahren. Doch ist dies ein Grund, sich so verhüllt zu zeigen? Seine Verschleierungstaktik ärgerte mich ein bisschen.

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