Reise-Reportage Der Gardasee - ein Klassiker

Italiens blaues Wunder am Rande der Alpen zieht seit Jahrzehnten deutsche Urlauber an. Auch das Herz unserer Autorin Barbara Schäfer schlägt für den Gardasee. Heute mehr denn je. Mit jedem Besuch entdeckt sie ihre alte Liebe neu

Der Gardasee - ein Klassiker © Andrea Zanchi - iStockphoto

Dieser See ist anders als seine italienischen, Schweizer oder auch deutschen Verwandten. Das wurde mir nach einigen Jahren und etlichen Urlauben endgültig klar. Nur von ihm fühle ich mich auf eine geradezu magische Weise angezogen. Dazu tragen die Surfer bei, die mit der „Ora“, dem pünktlich zur Mittagszeit aufkommenden Südwind, über das Wasser gleiten. Aber auch die steil ins Wasser fallenden Felsen im Norden und die flacher werdende Landschaft im Süden. Nirgendwo klingen die Zikaden, die den Soundtrack zur flirrenden Mittagshitze liefern, schöner. Jedenfalls in meinen Ohren. Denn ich liebe diese Gegend. Mit ganzem Herzen. Sobald ich auf dem Parkplatz nach der ersten Linkskurve hinter Nago den Gardasee erblicke, wehen mir die Erinnerungen entgegen: Ferien mit den Eltern, spätere Ausflüge mit Studienfreunden. Und jede Reise brachte ein neues Geheimnis von Italiens größtem See zutage.

Erste Anlaufstelle Der für mich schönste Agriturismo liegt in Riva, nur ein paar Kilometer westlich von Nago, am Nordufer. Eigentlich sind es sogar zwei Agriturismi:Jahrelang haben die Brüder Walter und Tiziano das „Eden Marone“ gemeinsam geführt, ein altes Bauernhaus am Stadtrand. Vor Kurzem hat Tiziano zusammen mit seiner Frau eine Dependance eröffnet. Gleich nebenan. Moderner, aber genauso familiär wie das Original. Zugegeben, das Haus hat keinen Seeblick, dafür die besten Antipasti. Tizianos zarte Gartenartischocken sind ein Gedicht. Dazu hausgebackenes Brot, selbst gemachtes Olivenöl und Merlot von den hauseigenen Weinstöcken. Perfekter kann ein erster Abend am Gardasee nicht ausklingen.

Traumstraße am Felsen Enge Kurven, viele Tunnel, dazwischen Palmen, Zitronenbäume und traumhafte Aussicht. Dreißig Kilometer lang blitzt zwischen Riva und Gargnano immer wieder der See durch ein Felsloch oder ein Tunnelfenster, Zypressen stehen am Straßenrand, rechts ragen die Felsen senkrecht hinauf. Eine Traumkulisse auch für Filmaufnahmen: Hier gab Daniel Craig alias James Bond in „Ein Quantum Trost“ richtig Gas. Und in Tom Tykwers Film „The International“ verschwindet ein Auto in einem der Tunnel und taucht nie wieder auf.

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