Nordosten von Polen Bilderbuchreise durch den Norden Polens

Im Nordosten Polens macht man Urlaub wie im Bilderbuch. Eine Reise zu einsamen Seen, prächtigen Schlössern und Wildpferden, die über das weite Land ziehen

Bilderbuchreise durch den Norden Polens © Puchan - iStockphoto

Er ist schon ein echter Halbstarker.  Der graue Hengst namens Iluzjon  gehört  zur  europäischen  Spitzenklasse der Springpferde,  doch an seiner Disziplin hapert es noch. „Er ist sehr begabt, aber ein bisschen  ungezogen“,  sagt Joanna Palyska mit  einem  nachsichtigen  Lächeln,  als sie durch die Ställe ihres Gestüts Galiny führt. Palyskas Hofanlage mit angeschlossener  Reitschule, Schlosshotel und Restaurant  liegt in dem Dorf Gallingen (polnisch:  Galiny) im Norden Polens. Iluzjon ist das beste Pferd im Stall, ihm gilt der Neid europäischer Reiter – und die Liebe  von Joanna Palyska. „Züchter sollen nicht mit zu  viel Gefühl an die Sache herangehen, aber  er  ist mir  ans Herz gewachsen“,  gesteht  sie.  „Mir  wurden schon sehr hohe Summen für ihn geboten.  Ich habe abgelehnt.“ 

Iluzjon gehört zur Rasse der Trakehner, anmutige Warmblüter,  benannt  nach dem Ort Trakehnen im  heutigen Kaliningrad,  dem nödlichsten Zipfel des früheren  Ostpreußen. Die russische Exklave  zwischen Polen und Litauen liegt nur 20  Kilometer  von  Gallingen  entfernt, damit markiert das Dorf ungefähr den nördlichen Rand der Region Masuren. Eine märchenhafte Gegend, weites Land, unberührte Natur – und ziemlich wenig Menschen: Auf jeden Quadratkilometer Masurens kommen etwa 60 Einwohner, in  Deutschland  sind  es  fast  viermal so viele. Besonders in der Nebensaison im  Herbst  und  im  Frühling  kommt es  vor,  dass  Reisende  auf  Autofahrten unter  den  Laubdächern  schattiger  Alleen  stundenlang niemanden zu sehen bekommen.

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