Winter- und Sommerzeit So kommen Sie gut durch die Zeitumstellung!

Zweimal im Jahr wird an der Uhr gedreht und zwischen Winter- und Sommerzeit unterschieden. Aber warum werden die Uhren überhaupt umgestellt und wie beeinflusst der Wechsel unseren Körper? Wir haben alle Infos für Sie und geben Tipps, damit Sie und Ihre Familie gut durch die Zeitumstellung kommen.

Zeitumstellung So kommen Sie gut durch die Zeitumstellung! © Dmitriy Berkut - iStockphoto

Im Winter kommt sie uns ganz gelegen, im Sommer eher nicht: die Zeitumstellung. Zweimal im Jahr, werden die Uhren in der Nacht um eine Stunde vor- oder zurückgestellt – jeweils am letzten Sonntag im März und Oktober. Während wir dadurch im Winter etwas länger schlafen können, meldet sich der innere Schweinehund zur Sommerzeit schon etwas lauter. Denn dann springt der Uhrzeiger direkt von zwei auf drei Uhr und "klaut" uns eine Stunde Schlaf. 

Reaktion unseres Körpers auf die Uhrumstellung 

Neben der Frage, wie sinnvoll die Zeitumstellung überhaupt ist, beschäftigt uns eine weitere wichtige Frage: Was macht die Zeitumstellung mit unserem Körper? So manch einer hat das Gefühl, dass ihn die Umstellung eher schadet, schlechter schläft und entsprechend müde ist. Wie viel Einfluss das Umstellen der Uhrzeit tatsächlich auf unseren Biorhythmus hat, damit beschäftigen sich auch zahlreiche wissenschaftliche Studien: 27 Prozent der deutschen Bevölkerung sollen laut einer Forsa-Studie im Auftrag der DAK-Versicherung auf die Zeitumstellung mit einer Art Mini-Jetlag reagieren.

Zeitumstellung
  • Winterzeit: letzter Sonntag im Oktober
  • Sommerzeit: letzter Sonntag im März
  • gilt in Deutschland seit 1980, seit 2002 für die gesamte EU verbindlich
  • 27% der Bevölkerung reagieren mit einer Art Mini-Jetlag
Die Folge: Schlafmangel, schlechte Laune und bis sich die Betroffenen an den neuen Rhythmus gewöhnt haben, vergehen oft mehrere Tage. Das betrifft vor allem Familien mit Kindern und Nachtmenschen ("späte Chronotypen"). Das kostet Energie und kann mitunter die körpereigene Abwehr schwächen und anfälliger machen für Infekte. Fakt ist also, dass manche Menschen besser damit klar kommen als andere – psychisch wie physisch. Die Theorie, dass es in dieser Phase auch zu mehr Unfällen kommt, konnte dagegen noch nicht wissenschaftlich untermauert werden. 

So kommen Sie gut durch die Zeitumstellung!

Wenn die Uhren im Oktober auf Winterzeit umgestellt werden, heißt das für viele Erwachsene: eine Stunde mehr Schlaf und der Beginn der gemütlichen Jahreszeit. Kinder dagegen hören da erstmal nur auf ihre innere Uhr und wachen "zu früh" auf. Während ein erwachsener Mensch die Umstellung innerhalb von drei Tagen schaffen kann, dauert es bei Kindern zwischen vier und fünf Tagen, bis sich die innere Uhr an den neuen Rhythmus gewöhnt hat. 

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Unser Tipp: Sanftes Umgewöhnen

Wer sensibel auf die Zeitumstellung reagiert oder die Kinder langsam an die Umstellung gewöhnen möchte, sollte es halten wie die Milchbauern: Beginnen Sie rechtzeitig damit, den Zeitpunkt zum Einschlafen Stück für Stück nach hinten oder vorne zu legen – eben je nach Jahreszeit. Um zum Wechsel auf die Sommerzeit auf einen erholsamen Schlaf zu kommen, vermeiden Sie am Abend unnötige Reize wie langes Lesen auf dem Tablet oder Smartphone. Wechselduschen am Morgen, frische Luft und Bewegung helfen dagegen gut gegen Müdigkeit und dabei, den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. 

Warum wird die Uhr umgestellt?

Seit 1980 gilt in Deutschland die Sommerzeit. Eingeführt wurde sie, um das Tageslicht besser auszunutzen und Energie zu sparen. Seit 2002 ist die Zeitumstellung für alle EU-Mitgliedsstaaten verbindlich. Auch die USA (bis auf wenige Ausnahmen) und zahlreiche andere Länder wie Chile oder sogar Samoa stellen die Uhr um. Die meisten Staaten der Erde bleiben allerdings das ganze Jahr über bei einer Zeitrechnung. Die Idee, auf diese Weise wirtschaftlicher arbeiten zu können, kam bereits im 18. Jahrhundert auf. Der Amerikaner Benjamin Franklin machte sich nämlich schon 1784 Sorgen um den Energieverbrauch der Menschen – wenn auch in Form von Kerzen als in Kilowattstunden. Übrigens gab es in Deutschland bereits während des 1. Weltkrieges eine Regelung zur Zeitumstellung, die dann aber bis in die Achtziger ausgesetzt wurde. 

Sommerzeit und Winterzeit – was bringt der Wechsel?

Diskussionen über den Sinn der halbjährlichen Zeitumstellung gibt es viele! Denn inzwischen ist bewiesen, dass durch die Einführung einer Sommerzeit gar nicht wirklich gespart wird. Der Verbrauch an Lichtenergie sinkt zwar während dieser Zeit, dafür steigen die Heizungskosten während der kühleren Monate am Morgen an. Wirtschaftlich gesehen bringt die Umstellung also keine Vorteile. So müssen Landwirte ihre Milchkühe sogar über einen längeren Zeitraum hinweg an die neue Uhrzeit gewöhnen, um die Milcherträge stabil zu halten und nicht durch eine abrupte Umstellung zu stressen. Es gibt aber auch Branchen wie das Baugewerbe, in denen bereits vor der gesetzlichen Einführung der Sommerzeit nach dem Tagesrhythmus der Jahreszeiten gearbeitet haben. Und so diskutieren Politik, Wissenschaft und Medien regelmäßig, ob man an der Umstellung überhaupt noch festhalten sollte und ob sie nicht längst wieder abgeschafft gehört. Eine erneute Abschaffung müsste heutzutage allerdings über die EU für ganz Europa koordiniert werden. 

 

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Autor:
Daniela Schwabel