Weinkunde Weisheiten zum Thema Wein

Hier erfahren Sie die Wahrheit über zehn weit verbreitete „Wein-Weisheiten“: Wetten, dass Sie danach viel mehr Freude am Wein-Auswählen und -Trinken haben werden?

Wein Weisheiten zum Thema Wein © iStockphoto

Wer sich mit Wein beschäftigt, sammelt im Laufe der Jahre eine Menge Erfahrungen. Und er lernt viele Klischees kennen. Heute will ich zehn besonders beliebte „Grundregeln“ aufgreifen – und Ihnen verraten, was wirklich davon zu halten ist.

1. Die Bewertungen von Weinhändlern und Journalisten sind verlässlich. Nicht immer, auch Fachleute irren. Zwar probieren sie wesentlich häufiger und urteilen deshalb auch objektiver als normale Weintrinker. Seien Sie trotzdem mutig, bilden Sie sich Ihre eigene Meinung!

2. Nach dem Öffnen der Flasche kann man schon durch Riechen am Korken die Qualität des Weines erkennen. Nein! Ein Korken kann muffig riechen, obwohl der Wein in Ordnung ist.

3. Frühlingsweine müssen leicht sein. Stimmt so nicht. Auch ein ausgewogener Sauvignon Blanc oder ein saftiger Grauburgunder mit 13 Vol.-% kann herrlich erfrischend schmecken. Achtung: Im Handel werden um diese Zeit jede Menge fader Weine als „Frühlings-“ oder „Spargelwein“ verramscht.

4. Weine aus Europa sind besser als die aus Übersee. Stimmt nicht mehr. Zum einen sind die Geschmäcker verschieden, zum anderen hat es in den letzten Jahren in Übersee eine rasante Weiterentwicklung in Sachen Qualität gegeben.

5. Designer-Flaschen lassen auf einen besonders hochwertigen Inhalt schließen. Unsinn. Je gestylter die Flasche, desto bescheidener ist leider meist der Inhalt. Wer eine solche Möglichkeit nutzt, seine Weine aufzuwerten, hat es meist auch nötig.

6. Rotwein trinkt man bei Zimmertemperatur. Diese Regel galt im vorletzten Jahrhundert, als die Zimmertemperatur in alten Gemäuern gerade 16 bis 17 Grad betrug. Heute liegt sie weit höher, und besonders vorsichtig sollten Sie deshalb in geheizten Räumen sein, weil sich hier Wein im Glas blitzschnell erwärmt.

7. Rotwein und Käse – ein Traumpaar. Teilweise richtig: Die Gerbstoffe der meisten Rotweine passen nur zu ganz wenigen Käsesorten, zum Beispiel zu Parmesan, Comté oder Gruyère.

8. Je älter der Wein, desto besser ist er. Achtung, nur wenige, wirklich komplexe und elegante Weine eignen sich für eine lange Lagerung und können zu echten „Weinlegenden“ werden.

9. Beim Discounter gibt’s echte Trouvaillen für kleines Geld. Das würde mich wundern, denn in der Regel kaufen diese Häuser ihre Ware palettenweise. Ohne Zweifel haben Sie die Möglichkeit, das eine oder andere leckere Schnäppchen im Einkaufskorb zu versenken, aber handwerklich erzeugte Weinschätze werden Sie hier vergeblich suchen.

10. Champagner bleibt mit Silberlöffel in der Flasche prickelnd. Dieser Glaube gehört ins Reich der Legenden, denn trotz Silberlöffel entweicht die Kohlensäure unaufhaltsam.

Info:

Wer mehr über Wein & Speisen wissen möchte, kann sich in Christina Fischers Genuss-Werkstatt „schluckzessive“ weiterbilden. www.fischers-wein.com

 
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Autor:
Christina Fischer