Recht Verbraucherrecht im Supermarkt

Umtauschen, probieren, reklamieren – was ist erlaubt? Ihre Rechte im Supermarkt: verblüffende Fakten für Verbraucher.

Frau im Supermarkt Verbraucherrecht im Supermarkt © istockphoto

Nach dem ersten Schluck ist klar: Die gerade gekaufte Milch ist sauer. Darf man sie umtauschen?

Wenn die Milch trotz gültigem Haltbarkeitsdatum verdorben ist, stellt dies einen klaren Mangel dar – daher dürfen Sie die Packung zurück geben, obwohl Sie schon daraus getrunken haben.

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„Auch ein bereits abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum ist ein Umtauschgrund, wenn man es übersehen hat“, erklärt Anja Neubauer (40), Rechtsanwältin aus Köln.

Darf man zum Beispiel Weintrauben im Supermarkt erst mal probieren?

Nicht, ohne vorher zu fragen! „Alle Waren sind Eigentum des Supermarkts, bis sie bezahlt werden“, erklärt Anja Neubauer. Selbst wenn die Trauben schmecken und Sie sich ein Pfund kaufen, war die Kostprobe am Ende für Sie gratis. „Wenn man nicht die Absicht hat, etwas zu bezahlen, ist das Diebstahl, wenn auch nur geringwertiger Sachen“, sagt die Anwältin.

Also ist auch der Schluck Apfelsaft tabu, bevor man die Flasche bezahlt hat?

Nein, in diesem Fall ist die Kaufabsicht eindeutig. Sie bezahlen für die angebrochene Flasche an der Kasse ja den vollen Preis, ebenso für die Kekspackung, aus der Sie beim Warten in der Schlange schon mal ein bisschen genascht haben. „Letztendlich ist es der Vorsatz, der zählt“, so Anja Neubauer.

Wie lange muss ein Sonderangebot vorrätig sein?

„Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs muss Sonderware wie etwa ein Fahrrad bis mittags vorrätig sein“, so Anwältin Neubauer. Ist das Angebot schon nach einer Stunde komplett ausverkauft, hat der Kunde zwar keinen Anspruch auf die Ware – kann sich aber an die Verbraucherzentrale wenden, die den Händler abmahnt.

 
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