Tipps & Informationen Sparen in der Krise

Spektakuläre Bankenpleiten, die Börsenkurse im Keller und dazu noch die Abgeltungssteuer – man würde sein Geld am liebsten unters Kopfkissen packen. Was Profis jetzt raten

Sparen in der Krise Sparen in der Krise © emmi-Fotolia

Ostern 2008 war die Welt noch in Ordnung: Mit 5,65 Prozent Zinsen auf dem Tagesgeldkonto war die isländische Kaupthing Bank einfach nicht zu schlagen. Pech für rund 30 800 deutsche Kunden, die daraufhin den isländischen Bankern ihre Ersparnisse anvertrauten. Wenige Monate später war nicht nur die Bank pleite, sondern der ganze Inselstaat gleich dazu. Der Fall Kaupthing macht deutlich, dass in der Krise nicht nur Börsengeschäfte zu Verlusten führen können, sondern auch ein vermeintlich sicheres Tages- oder Festgeldkonto.

Deswegen müssen Sie aber nicht gleich panisch Ihre Bank stürmen: Bei den meisten Geldinstituten in Deutschland ist Ihr Erspartes immer noch sicherer als zu Hause unter der Matratze. Denn rein statistisch brechen in Deutschland alle fünf Minuten Diebe in eine Wohnung ein. Die Hausratversicherung ersetzt Bargeld meist nur bis 1500 Euro. Bei einer Bankenpleite sind Ihre Einlagen dagegen abgesichert, wenn Sie die nachfolgenden Tipps beachten:

Erstens: Am sichersten ist Ihr Geld bei einer deutschen Bank oder Sparkasse aufgehoben. Durch freiwillige Sicherungssysteme sind hierzulande selbst Sparguthaben in Millionenhöhe abgesichert.

Zweitens: Nicht für jede Bank, die in Deutschland Filialen betreibt oder Telefon- und Onlinebanking anbietet, gilt das umfassende deutsche Sicherungssystem. Töchter von Banken aus anderen EU-Mitgliedsstaaten müssen lediglich den gleichen Schutz anbieten wie in ihrem Heimatland – der oft deutlich geringer ist als in Deutschland. Viele Auslandsbanken, darunter auch Institute aus Großbritannien oder Luxemburg, bieten kaum mehr Schutz als die EU-weit vorgeschriebene Mindestgrenze von derzeit 20 000 Euro.

Drittens: Nach wie vor umwerben ausländische Institute, etwa die Bank of Scotland, deutsche Kunden mit hohen Zinsen. Legen Sie dort auf keinen Fall mehr Geld an, als durch die jeweilige Einlagensicherung geschützt ist. Ab Juli soll der Mindest- Einlagenschutz EU-weit immerhin auf 50 000 Euro steigen.

Nicht nur die Bankenkrise sorgt für Unruhe unter Anlegern: Seit dem 1. Januar gilt obendrein die Abgeltungssteuer. Von Zinsen und Dividenden, aber auch von Kursgewinnen behalten die Banken jetzt automatisch 25 Prozent ein. Das macht Börsengeschäfte etwas unattraktiver. Doch viele Zinssparer profitieren sogar von der Abgeltungssteuer: Ab ca. 15 500 Euro Jahreseinkommen (Single) fallen mit der neuen Regelung 2009 weniger Steuern an. Wer weniger verdient und insgesamt unter 25 Prozent Steuern zahlt, kann sich zu viel einbehaltene Abgeltungssteuer per Jahressteuererklärung zurückholen. Zinserträge bis 801 Euro (Sparer-Pauschbetrag) bleiben auch 2009 steuerfrei.

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