Verdreckte Ozeane

Der Müll im Meer

Wieviel Plastikmüll schwimmt in unseren Meeren? Mindestens 100 Millionen Tonnen verseuchen derzeit unsere Ozeane - und jährlich kommen rund 10 Millionen Tonnen hinzu. Als VerbraucherIn können Sie Ihren persönlichen Teil dazu beitragen. Wie lange welches Plastik in unseren Meeren bleibt, sehen Sie in unseren kostenlosen Grafik zum downloaden.

Müll schwimmt auf der Meeresoberfläche, ein Fischerboot im Hintergrund Der Müll im Meer © Plastic Oceans Foundation

Biologisch abbaubar sind die wenigsten der Stoffe, die Tag für Tag im Meer landen. Drei Viertel des Mülls besteht aus Kunststoffen. An Land "überlebt" eine Plastikflasche bis zu 25.000 Jahre. Im Wasser geht der Zersetzungsprozess schneller, ist aber genauso besorgniserregend: Bis eine Plastiktüte im Wasser zersetzt wird, dauert es bis zu 20 Jahre, bei Konservendosen 50 Jahre, bei Plastikflaschen und Einwegwindeln 450 Jahre. Weitere Infos gibt es auf unserer Grafik als gratis Download.

Woher kommt der Müll?

Die Quellen der Abfälle unterscheiden sich regional. So sorgen im Nordostatlantik vor allem maritime Aktivitäten wie Fischerei und Schiffahrt für die Verschmutzung, ebenso wie Freizeit und Tourismus am Meeresufer. In die Ostsee gelangt ein großer Teil des Abfalls über die Flüsse. Der Massentourismus zur Urlaubszeit sorgt Jahr für Jahr für ein riesiges Müllaufkommen im Mittelmeer. Auch Haushalts- und Hygieneartikel verdrecken das europäische Binnenmeer. In Osteuropa zählen schlecht bewirtschaftete Mülldeponien zu den Hauptverursachern der Müllkrise. So werden Abfälle aus den Städten und Kommunen im Schwarzen Meer besonders häufig gefunden.

Bedrohung für Mensch und Tier

Welche Abfälle besonders häufig im Meer landen und wie viel Zeit vergeht, bis diese abgebaut werden, sehen Sie in unserer kostenlosen Grafik>>

Zwischen 100 und 150 Millionen Tonnen Müll schwimmen mittlerweile in unseren Ozeanen, jedes Jahr kommen 10 Millionen Tonnen hinzu. Vorstellbar sind diese Dimensionen nicht - dafür in ihren Auswirkungen umso katastrophaler für Umwelt, Mensch und Tier. Meerestiere und Vögel verschlucken Müll oder verfangen sich darin. Besonders problematisch ist Mikroplastik, das durch das Verschlucken von Tieren in die Nahrungskette gelangt. Solche Gefahren bedrohen mindestens 660 Tierarten unmittelbar.

Natürlich ist auch die menschliche Gesundheit betroffen. Gerichte mit Fisch und Schalentieren können Mikroplastik enthalten. Verschmutzte Badewasser stellen ebenso ein potenzielles Risiko dar, wie scharfe Gegenstände an Badestränden. Zudem sind Seeschiffe und deren Besatzung vom Müll in den Ozeanen bedroht. Immer häufiger kommt es zu Seenotrettungen, weil Meeresabfälle Ruder- und Antriebsanlagen von Schiffen blockieren.

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