Wie gut ist Dr. Google Medizinratgeber im Internet

Die Diagnose per Klick ist verlockend. Doch nicht alles, was man online zum Thema Gesundheit findet, ist auch seriös – eine Orientierungshilfe

Medizinratgeber im Internet Medizinratgeber im Internet © hashimoto-Fotolia

Komisch, dass diese Kopfschmerzen nicht verschwinden. Dabei werden Sie doch sonst nie von Migräne geplagt. Ob Sie mal beim Hausarzt vorbeischauen? Garantiert ist das Wartezimmer wieder proppenvoll. Also lieber mal Dr. Google fragen … Die Diagnose auf einen Klick liegt voll im Trend: Bereits jeder zweite Patient forscht laut der EU-Studie „eHealth Trends“ im Internet nach seiner Erkrankung und informiert sich dort über Untersuchungsmethoden oder Therapien. Der mit Abstand häufigste Weg, an Informationen zu kommen, führt über Google – die populärste Suchmaschine der Welt.

Gerade bei Alltagsleiden wie Zahnfleischbluten oder einem verstauchten Knöchel können Internet- Tipps hilfreich sein. Hat der Doktor hingegen eine ernsthafte Erkrankung erkannt, etwa Bluthochdruck oder Arthrose, lässt sich online in Ruhe nachrecherchieren, was diese Diagnose für den Alltag bedeutet. „Mit Hilfe des Internets greifen Patienten auf einen enormen Wissenspool zu“, erklärt Professor Dr. Marie-Luise Dierks, Leiterin der Patientenuniversität an der Medizinischen Hochschule Hannover. „Jeder Mensch kann sich jederzeit und quasi überall zu jedem medizinischen Thema informieren – und das anonym und kostenlos.“ Selbst echtes Expertenwissen steht Interessierten offen, etwa Datenbanken mit medizinischen Studien (www.medline.de) oder Therapie- Leitfäden der Fachgesellschaften (www.awmf-leitlinien.de).

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